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Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft

 

Im kärtnerischen Friesach werden momentan die ersten Steine für die Zukunft der Arbeit gesetzt – beim Bau einer mittelalterlichen Burg.

Innerhalb der nächsten 40 Jahre soll dort ausschließlich unter Einsatz mittelalterlicher Handwerkstechniken eine Burg entstehen. Von dem gewagten Konzept zur Belebung der Stadt abgesehen ist die Sache ist allerdings aus einem ganz anderen Blickwinkel interessant: handelt es sich bei dem Experiment doch um einen Aufstand gegen die allgemeine Automatisierung unserer Arbeitsprozesse.

Die aktuelle Wirtschaftskrise bietet nur einen kleinen Vorgeschmack auf die Konflikte der nächsten Jahrzehnte. Sollte der schon vor langer Zeit angelaufene Prozess weg von der Arbeitskraft „Mensch“ nicht nochmals kritisch hinterfragt werden, wird ein Wort wie „Vollbeschäftigung“ bald dem Reich der Mythen und Märchen angehören. Selbst die neurotisch Rationalisierung predigenden überbezahlten Manager werden ihre Rolle als Sündenböcke an die simple Unbegründbarkeit der menschlichen Arbeit verlieren.

Arbeitsplatzsicherheit und Kollektivverträge – zukünftige Generationen von Gewerkschaftern werden neidvoll auf die Probleme ihrer Vorgänger zurückblicken. Denn ihre Aufgabe wird es sein, Argumente für den Einsatz menschlicher Arbeitskraft zu liefern. Ein Prozess, der in Anbetracht der allgemeinen Behäbigkeit aller Gewerkschaften (auf die Idee, dem international wütenden Neoliberalismus mit einer ebenso international agierenden Gewerkschaft entgegenzutreten kamen sie erst 2006) nicht ohne eine erhebliche Anzahl blauer Augen über die Bühne gehen dürfte.

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