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Besetzung, Basisdemokratie & Bierverbot

Besetzung, Basisdemokratie & Bierverbot

 

Die Nacht scheinen die BesetzerInnen gut verkraftet zu haben, inhaltlich wird die Erstellung eines Katalogs mit Forderungen vorangetrieben – aber auch kritische Stimmen gegen die Besetzung werden laut. Tag zwei der Besetzung der Linzer Johannes Kepler Universität mit Stellungs- nahmen von Rektor Hagelauer, der Pressesprecherin der BesetzerInnen und Simon Bauer, Obmann der Aktionsgemeinschaft Linz.Rektor Hagelauer stand für ein Interview nicht zur Verfügung. Die Redaktion erreichte folgendes Statement:

„Wir haben großes Verständnis dafür, dass die Studierenden mit Protestaktionen auf die momentan extrem schwierige Situation an den Universitäten hinweisen. Die JKU leidet selbst an Budgetkürzungen, Hörsaalengpässen, knappen Bibliotheksmitteln und in bestimmten Bereichen an einem schlechten Betreuungsverhältnis. Die Forderungen der Hörsaal-Besetzer nehmen wir sehr ernst und sind für Gespräche offen. Berechtigte Anliegen der Studierenden haben bei uns immer Platz. Die JKU versucht generell mit einem großen Maß an Einsatz und Flexibilität, negative Auswirkungen durch den allgemeinen Studierendenansturm abzufedern: Zu Semesterbeginn wurden 65 Lehrveranstaltungen mehr angeboten, viele davon werden teilweise am Samstag und wochentags bis 22 Uhr gehalten. Eine Videoübertragung aus überfüllten Lehrveranstaltungen in andere Hörsäle gibt es auch schon. Wir tun alles erdenklich mögliche, um die schwierige Situation zu entschärfen.“

„Es sieht nicht so aus, als würde die Bewegung ein rasches Ende nehmen.“
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Die Pressesprecherin der BesetzerInnen betont im Interview, dass es um gezielte Arbeit und eine angemessene Form des Protests geht. Bilder von Bier konsumierenden Streikenden sieht sie als Versuch, die Bewegung zu untergraben. Wie lange und mit welcher Stoßrichtung die Proteste in Linz weitergehen werden könne sie aus der momentanen Situation heraus noch nicht beantworten. Die basisdemokratischen Plenumssitzungen würden dies entscheiden.

„Die AG ist bekannt für konstruktive Gespräche“
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Die Sachlage naturgemäß anderes sehen die KritikerInnen der Besetzung. Der Obmann der Aktionsgemeinschaft (AG) Linz, Simon Bauer, gibt im subtext.at Interview zu verstehen, dass er eine Besetzung nicht als konstrutiven Lösungsweg für bestehende Probleme sieht. In der derzeitigen Situation sieht er die gute Gesprächsbasis zum Rektorat in Gefahr. Von Vorwürfen, die AG würde Negativbilder der BesetzerInnen in die Welt setzen, will er nichts wissen. Das ausgesprochene Alkohlverbot im besetzen Hörsaal unterstützt er.

Linksammlung zu den Protesten

Foto: Oliver Lukesch, Andreas Kepplinger

28.19.2009 | Politik | Daniel Friesenecker
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