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Ein triennaler Sommer

Ein triennaler Sommer

 

Was Linz 09 vergessen hat kommt jetzt: Österreichische KünstlerInnen im Fokus
Der Triennale 1.0 galt heute, dem 3.6.2010, erstmals die gesamte Aufmerksamkeit in der Linzer Innenstadt. Nach der Eröffnungsfeier – die seit 14 Uhr am Laufen ist und noch bis in die frühen Morgenstunden vom Sonntag (6.6.) dauern wird – begleitet uns das Großprojekt noch bis Mitte September 2010. subtext.at war beim Auftakt mit Stift und Kamera dabei.

Alle großen Museen, also das Lentos, die Landesgalerie und das OK, beteiligen sich an dem Nachfolgeprojekt von Linz 09. Somit nimmt die Triennale den Großteil des Linzer Kunstspektrums im Sommer ein. 4 Monate sind nun in Linz nur österreichische KünstlerInnen zu sehen.

Jedes große Kulturfestival braucht einen gebührlichen Auftakt, am besten mit vielen Leuten, stimmungsvollen Reden, Startperformances, vielen Promis und Buffet. Leider richtet sich das Wetter nicht nach großen Kulturfestivals. In kleinem Stil wurde die Triennale 1.0 vor dem Offenen Kulturhaus eröffnet. Die geladenen drei MuseumsdirektorInnen Stella Rollig, Martin Sturm und Martin Hochleitner gingen brav auf die Fragen von Ö1 Moderator Andreas Wolf ein. Rollig verstand es die Marketingstrategie anzuwenden und bewarb das Lentos mit fliegenden Häusern, verkehrten Bäumen und einer Frau mit Weihrauch im Hintern.

Man sehe nun also die Triennale als Nachfolgeprojekt von Linz 09, welches jetzt auch viele einheimische Künstler und Künstlerinnen in den Fokus nimmt. Die Triennale lebt durch Linz 09 und wird von den finanziellen Resten getragen. Auch die Idee der Zusammenarbeit von Stadt und Land geht auf das Paradejahr zurück. Um die bestehende Freundschaft hervorzuheben wurden Vizebürgermeister Erich Watzl und Landtagsabgeordnete Elisabeth Manhal zu Wort gebeten. Somit bekommen wir Kunstkonsumierende das Bild einer harmonischen Beziehung der beiden Einheiten. Bei der Frage, ob diese Zusammenarbeit auch auf andere Bereiche umgelegt werden könne, wird die Existenz von Kunstkonsumierenden durch Watzl hervorgehoben. Denn die Menschen „interessiert es nicht, ob das Programm von Stadt oder Land kommt, solang es passt und für Unterhaltung gesorgt wird“.

Mit sommerlichem Eis und klärendem Wissen ausgestattet folgt auf die Eröffnungsreden der Besuch im Ausstellungsrevier – denn bis Freitag,4.6.,  ist die Kunst noch gratis.

Die Triennale selbst bietet vor allem der U35 Generation Ausstellungsfläche. Es ist ein Ereignis, welches der aktuellen Kunsttendenz folgt und ihre Arbeiten öffentlich macht. Der Rahmen des Museums wird weiterhin mit der Tatsache hinterfragt, dass sich manche Ausstellungsobjekte im städtischen Raum befinden. Bereits bei Schau- und Höhenrausch (vergangene Ausstellungen vom OK) war dieser Akt fixer Bestandteil. Ausstellende wie Tomas Eller zeigen außerdem, dass in der Gegenwartskunst KünstlerInnen oft keinem genauen Genre mehr zugeordnet werden können. Die Triennale ist somit eine Repräsentantin des Medienmixes. Sie gibt künstlerischen Arbeiten Raum und nimmt sie mit Humor.

Links und Webtipps:

Foto: Andreas Kepplinger

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