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Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben

Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben

 

junQ.at ist zwei. Seit Anbeginn betreibt die Plattform ein erfolgreiches Onlinemagazin, seit einem Jahr erscheint subtext.at, vor kurzem wurde das Print-Magazin frischluft wiederbelebt und die Qlashes bieten sowohl Bands und Publikum regelmäßig unvergessliche Kulturerlebnisse. An und für sich wäre das ein Grund zu feiern. Schließlich haben junge Menschen etwas aufgebaut. Blöderweise dreht es sich um eine freie Linzer Plattform.

Die Idee ist simpel – Wir wollen eine unabhängige Kultur- & Medienplattform für Leute unter 30 sein. Medienkompetenz an der aktiven Arbeit vermitteln, junge Menschen zu AnwältInnen ihrer LeserInnen machen ohne Meinungsdiktat, nur den journalistischen Grundregeln verpflichtet, und Kultur ohne Konsumzwang bieten, beinahe ritterliche Aufgaben. Fast täglich bekommen die freiwilligen MitarbeiterInnen bei junQ.at Lob und Anerkennung für ihre harte Arbeit und die Frage „Und das ist wirklich alles ehrenamtlich?“, ist keinem von uns mehr fremd.Bei der Finanzierung hört die „Freundschaft“ auf
Schon einmal habe ich mich an dieser Stelle zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass auch ehrenamtliche Strukturen Ressourcen benötigen. Ich darf berichten, dass zumindest das Land Oberösterreich mittlerweile so etwas wie erhabenen Kooperationswillen zeigt und den junQ.at Projekten ein Überleben an der Armutsgrenze ermöglicht – zumindest ist es ein Überleben.

Ganz anders in Linz, seitens der Kultur spricht man wenigstens mit uns und hört interessiert zu. Alle anderen speisen uns mit Ausreden und „engen Budgets“ ab. Höhepunkt unserer Erlebnisse dabei war ein Termin bei dem selbst unsere Vorstellungspräsentation nicht erwünscht war und wir nach zehn Minuten das Büro wieder verlassen durften, dass damit auch eine Unterstützung ,die uns ein mittelfristiges Planen erlauben würde, von den entsprechenden Ressorts ausgeschlossen ist, erschließt sich dann fast von selbst.

Freie Arbeit braucht Platz
Die zahlreichen Projektabstimmungen und Meetings vonjunQ.at finden derzeit in einem etwa 5m2 großen Bereich statt, den wir als Untermieter bezogen haben. So sehr wir dafür auch dankbar sind, so sind Finanzunterlagen, Flyer, Plakate, Roll-Ups und was sonst noch für die professionelle Plattformarbeit benötigt wird, privat eingelagert weil schlichtweg der Platz fehlt. Bei derzeit fast 40 Aktiven, kann man sich vorstellen, dass auch unser 6-Personen-Besprechungstisch oft sehr dicht besetzt ist. Auf die entsprechenden Hilfeschreie an PolitikerInnen verschiedenster ideologischer Ausrichtung bekommen wir nicht einmal Antwort. Sponsoren lassen sich bitten, freie Medien- und Kulturarbeit passt eben nicht in das Lifestylebild das sich gut verkaufen lässt.

Rückblick auf zwei erfolgreiche Jahre
Natürlich lassen wir uns es nicht nehmen zwei Jahre junQ.at zu feiern. Der Geburtstagsqlash wird am 25.09., bei freiem Eintritt, in der Stadtwerkstatt über die Bühne zu gehen. Um einen kleinen Einblick zu geben, was zwei Jahre junQ.at in Zahlen bedeutet, haben wir uns in die Archive begeben und ein wenig gesammelt. Rückblickend macht das auf jeden Fall stolz!

•    1 Plattform
•    3 Projekte
•    4 Websites
•    40 Aktive
•    300 Artikel
•    100 Fotostrecken
•    40 Podcasts
•    30 Kooperationspartner
•    150 Meetings
•    1 Podiumsdiskussion
•    6 Workshops
•    7 Qlashes
•    47 Acts
•    1400 BesucherInnen
•    4 Locations (Druzba, STWST, Alter Schl8hof, Club Tunnel)
•    35 000 Flyer
•    1500 Plakate –> 6000 Tackernadeln ;-)
•    52 Stunden Musik
•    100 Stunden ehrenamtliche Arbeit vor Ort/Person
•    7 Musikrichtungen – Drum & Bass, Hip Hop, Dancehall, Minimal, Electro, House, Rock
•    unzählbare Menge an Schweiß, Fleiß und Herzblut

Abschließend sei gesagt, das war erst der Anfang. Wir sind überzeugt, dass unsere Aktivitäten zukünftige Schlüsselkompetenzen vermitteln und die Einzigartigkeit unserer Plattform irgendwann auch den verbohrtesten EntscheidungsträgerInnen bewusst wird. Unsere LeserInnen wissen schon längst: „It works!“

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