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Merry Christmas?

Merry Christmas?

Auch das Team von junQ.at möchte sich hiermit den Weihnachtswünschen anschließen. Leider wurden die Stimmung durch einen neuen Fall in der Asylpolitik etwas getrübt.Weihnachten – die Zeit der Nächstenliebe, des Zusammenhaltes und die Zeit des Jahres, die man am liebsten mit seinen Freunden und Verwandten verbringt. Dass Nächstenliebe und Weihnachtsamnestie in Österreich noch immer eher die Ausnahme als die Regel sind, beweist der neueste Auswuchs der österreichischen Asylpolitik.

Clifford Ankrah muss gehen
Clifford Ankrah wurde 1980 in Ghana geboren. Aus religiösen Gründen musste er sein Heimatland verlassen und kam im Jahr 2003 – also vor mittlerweile mehr als sieben Jahren – als Asylwerber nach Österreich. Dies auch noch völlig legal. Da er als Asylwerber keiner regulären Beschäftigung nachgehen kann, beteiligt er sich an verschiedensten religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Initiativen.

Er ist Obmann der interkulturellen Medienwerkstatt Pangea, engagiert sich in der „menoritischen Freikirche Linz“, teilt „Essen auf Rädern“ aus, und macht quasi nebenbei noch eine Schule, um seine Matura zu machen. Seine Deutschkenntnisse sind sehr gut und wahrscheinlich um einiges besser als die mancher „autochtonen Österreicher“, wie es FPÖ-Vordenker Andreas Mölzer immer ausdrückt. Eigentlich erfüllt er alle Voraussetzungen, die an „die Asylanten“ immer gestellt werden. Trotzdem erreichte ihn die Hiobsbotschaft – sein Antrag wurde, nach Jahren, abgelehnt. Für Clifford bedeutet das, dass er nach Ghana zurückkehren müsste – ohne Grundlage in seiner Heimat, um ein neues Leben aufzubauen.

Welle der Solidarität
Mittlerweile hat sich eine Facebook-Gruppe gebildet, die sich für die Gewährung eines humanitären Bleiberechts für Clifford Ankrah einsetzt. Auch eine Petition wurde bereits ins Leben gerufen. Fast 3000 Personen stehen für den Verbleib Cliffords.

Ein persönliches Statement
An dieser Stelle möchte ich noch zwei Punkte anbringen. Erstens: Im Namen des ganzen junQ.at-Teams möchte ich hier allen fröhliche Weihnachten und ein paar ruhige Tage im Kreise ihrer Liebsten wünschen. Auch subtext.at gönnt sich eine Pause – wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele Leute zu unserem Silvesterball des sozialen Unmuts einfinden würden. Und zweitens, am allerwichtigsten: Auch ich schließe mich der Forderung an – gewährt Clifford das Bleiberecht!

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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