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Assasin’s Creed Brotherhood: Mörderisch guter Spielspaß

Assasin’s Creed Brotherhood: Mörderisch guter Spielspaß

Mit Assasins Creed 2 hatte Ubisoft 2010 ein fabelhaftes Stück digitaler Pixelpracht abgeliefert. Ein Festmahl für jeden Gamer, hatte es doch nicht nur in puncto Steuerung, Spielmechanik neue Standards gesetzt, sondern reizte die Spieler mit dem geschichtsreichen Italien der Renaissance.

Damit waren nicht nur die Versprechen des ersten Teils erfüllt, sondern auch ein durch die Bank gelungenes Sequel produziert worden. Assasins Creed Brotherhood hatte es aber schon schwieriger als sein Vorgänger. Im Gegensatz zu Assasins Creed 2 blieb Brotherhood in der gleichen Zeitperiode. Zudem verging nicht einmal ein Jahr, als Ubisoft Brotherhood ankündigte. Für viele bedeutete das,  dass es sich bei ACB folglich um nicht mehr als ein Addon handeln konnte. Thematisch mag das zwar stimmen, doch wenn man es erst einmal gespielt hat, merkt man sofort, dass es sich um weit mehr handelt als ein einfacher Versuch spieltechnische Macken auszumerzen.

Der Aufstieg einer Bruderschaft
Für Assasins Creed Novizen bietet Brotherhood im Prolog eine knapp geschnittene und klärende Zusammenfassung. In Brotherhood spielt man noch immer im Jahr 2012 den von den Assasinen, die sich der Unterwerfung der Menschheit durch die Templer entgegensetzen, unter ihre Fittiche genommenen Desmond Miles, in dessen Vergangenheit der Schlüssel zum Überleben der Menschheit liegt. Mit Hilfe der Assasinen und einer Maschine namens Animus erforscht Desmond die genetische Erinnerung seiner Vorfahren. Wie schon im zweiten Teil zuvor klinkt sich Desmond in die Erinnerungen seines Vorfahren Ezio Auditore de Firenze aus dem Italien des 15. Jahrhunderts ein. Nachdem Ezios Zufluchtsstätte Monteriggioni von seinem Widersacher und Templermitglied Cesare Borgia zerstört wurde, flieht Ezio samt seiner Familie nach Rom. Dort angekommen muss er schnell feststellen, dass die Herrschaft des Borgia Geschlechts die Stadt an den Rand des Ruins getrieben hat. Von der Korruption angeekelt entschließt sich Ezio die Stadt aus den Klauen der Borgia zu befreien. Dieser macht sich fortan daran die 12 Borgia – Wachtürme samt deren Hauptmänner unschädlich zu machen, was wiederum zur Folge hat, dass sich Roms Wirtschaft ausbauen und die Stadt in neuem Glanz erstrahlen lässt. Ein wichtiges inhaltliches Spielelement ist zudem die Neugründung des Assasinen Ordens und die Rückgewinnung des Edensplitters, eines mächtigen Artefakts, welches zu Beginn des Spiels von Cesare Borgia gestohlen wurde.

Mit der fabelhaften Inszenierung Roms und dessen umliegenden Gebieten ist Ubisoft erneut ein Geniestreich gelungen. Sie ist die bislang größte digitale Stadt der AC Reihe, wirkt jedoch an keiner Stelle eintönig oder abgekupfert. Mit der Erweiterung des Spieles um Leonardo Da Vincis Erfindungen wie dem Fallschirm oder vergifteten Dartpfeilen, sowie der Rekrutierung von Assasinen lässt sich das Spiel um einiges interessanter und vielfältiger gestalten. Damit kommt es zum Wechsel des altbekannten Lone – Wolf Spielelements zu einem viel interessanteren Teammodus. Man hat nunmehr die Möglichkeit ein Elite Team aufzubauen, zu trainieren und sie in ganz Europa Aufträge erfüllen zu lassen, um Geld und Items zu erhalten. Auch das überarbeitete Kampfsystem steuert seinen Teil zum Spielspass bei und lässt mit atemberaubenden Moves die Gegner röchelnd am Boden liegen. Mittels schneller Angriffsschläge wurde das zuvor behelfsmäßige Kontern verbessert und um Pistolen und lautlosen Armbrustschüssen erweitert. Ein zwar altbekanntes, jedoch durch die sagenhafte Optik Roms eindrucksvoll in Szene gesetztes Element ist die Fortbewegung mittels Parkour. Wenn die Sonne über den Dächern Roms verschwindet, hat man oftmals einfach Lust stehen zu bleiben den Auftrag zu vergessen und den Ausblick zu genießen. Für jeden, der das laufen Leid ist, wurden auch die Pferde überarbeitet. Sie dienen nunmehr nicht nur als bloße Fortbewegungs- und Verbindungselemente zwischen den Städten, sondern wurden zudem auch in das Kampfgeschehen eingebunden.

Das 15. Jahrhundert war Blutrot
Schon AC 1 und AC 2 lebten von der Verschmelzung von Fakt und Fiktion. Auch ACB baut auf diesem Grundstein und lässt die Geschichte in einem Mantel der Verschwörungstheorie und des Blutes erstrahlen. Mit viel liebe zum Detail wurde ACB mit gehaltvollen Charakteren ausgestattet die sowohl geschichtlich akkurat erscheinen jedoch den nötigen Hauch Fiktion beinhalten um in einem Spiel wie ACB nicht fehl am Platz zu wirken. Mit rund 20+ Stunden hat Ubisoft einen brauchbaren Einzelspieler Modus abgeliefert, der dieses Mal um einen Mehrspieler-Modus erweitert wurde. In vier Spielmodi mitzwei bis acht Spielern schlüpfen die Teilnehmer in die unterschiedlichsten Assasinengewänder und werden zu Jäger und Gejagtem. Von Edelmann zum Arzt und der Konkubine ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Fazit:
Für Fans der Reihe ist dieses Spiel ein unbedingtes Muss. Mit der Verbesserung der Spieloptik, sowie der verfeinerung des Kampfsystems und der Überarbeitung des Bewegungsapparats bietet es alles was man von den vorherigen Spielen kennt und liebt. Obwohl sich die Geschichte um Desmond Miles, den Assasinen und den Templern merklich dem Ende zuneigt verliert das Spiel keineswegs an Geschwindigkeit und man darf durchaus auf den nächsten Teil gespannt sein. Die Erweiterung des Spiels um den Mehrspielermodus bringt durchaus einen netten Aspekt mit sich obwohl es ab und zu noch zu unnötigen Bugs und Glitches kommt an denen die Entwickler noch arbeiten müssen. Alles in allem ist dem Team um Ubisoft jedoch ein erfolgreiches Spiel gelungen.

Foto: Ubisoft

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