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Christoph & Lollo: „Meine Müsliphase ist schon lang vorbei“

Christoph & Lollo: „Meine Müsliphase ist schon lang vorbei“

Am 5. März machten Christoph und Lollo im Steyrer röda Stop, um das dortige randvolle Café mit ihren gesellschaftskritischen, aber humorvollen Liedtexten und Zwischeneinlagen à la Kabarett zu unterhalten. subtext.at hatte kurz vor ihrem Auftritt die Ehre, die zwei zu interviewen.

im röda, Steyr

subtext.at: Mit „Tschuldigung“ seid ihr bereits mit eurem sechste Album auf Tour. Bleibt bei dieser hohen Frequenz an Veröffentlichungen überhaupt noch Zeit für ein Privatleben?

Christoph: Ich möchte darauf hinweisen, dass das letzte Album, das wir veröffentlicht haben, bereits drei Jahre zurück liegt. Insofern, so viel Privatleben kann ich garnicht haben.

Lollo: Außerdem ist für uns das private politisch und umgekehrt.

 

 

 

subtext.at: Womit wir schon zur Politik kommen: Mit dem Karl-Heinz Video auf YouTube habt ihr die Problematik rund um Herrn Grasser bereits vor einiger Zeit angesprochen. Heute ist er in allen Medien präsent. War diese Früherkennung Intuition oder reiner Zufall?

Christoph: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich früher niemand Gedanken über seinen Charakter gemacht hat. Ich glaube, es war eher die Minderheit der Leute die auf ihn stand, schon früher. Ich glaube, das war alles eine ganz große Lüge der Zeitungen, dass die gesagt haben der ist so nett. Das stimmt nicht und hat nie gestimmt.

Lollo: Ja, ich wundere mich eigentlich wie sehr der in letzter Zeit negativ in den Medien ist. Keine Ahnung warum das kommt. Von mir aus hätte das schon vor fünf Jahren stattfinden können.

subtext.at: Beim hören eurer Musik merkt man den Stellenwert, den der Text für euch einnimmt, kommt es bei den CD-Aufnahmen oft noch zum Feintuning eurer Textpassagen, oder sind diese immer in einem Stück fertig gestellt?

Christoph: Ich bejahe das erste.

Lollo: Nein, da gibt’s kein Feintuning. Ab und zu wird ein Buchstabe vergessen, aber den kann man dann mittels moderner Studiotechnik dort hinschieben wo er hingehört. Aber sonst ist eigentlich alles vorher schon fix.

Christoph: Was war das eine Beispiel? Wir haben auf der Aufnahme ein “G” nicht deutlich genug wahrgenommen und haben dann in dem selben Lied an einer anderen Stelle ein “K” verpflanzt und als “G” verwendet und das hat super funktioniert.

subtext.at: Was ist euer Lieblingsmüsli … oder trinkt ihr zum Frühstück doch lieber Red Bull?

Christoph: Ich trinke nur Kaffee, das reicht um scheißen zu gehen.

Lollo: Meine Müsliphase ist schon lange vorbei.

subtext.at: Wie schrecklich waren eure Erfahrungen im Bett, dass ihr „Wir brauchen ein Lied“ schreiben musstet, um damit fertig zu werden?

Christoph: Ich schlafe sehr gerne, auch mein Bett mag ich. Ich schreib die Lieder ja nicht. Welche schlechten Erfahrungen hast du den im Bett Lollo?

Lollo: Ihr seid ja noch sehr jung, ihr wissts ja nicht das das alles noch besser werden kann. Und wenn man das dann so retrospektiv betrachtet denkt man sich, was war das denn für mieserable Sexualität früher?

Christoph: Was, bei dir ist das besser geworden?

Lollo: Ja selbstverständlich. Seit ich’s zu zweit mach.

subtext.at: Was ist euer persönlicher Masterplan für die Zukunft von Christoph und Lollo?

Christoph: Ich möchte hier hinweisen auf die allseits bekannte Schlagermusikbad – die Amigos. Die kann man ziemlich gut mit uns vergleichen, die sind auch zu zweit. Einer spielt Gitarre und der andere kann auch nicht viel mehr als ich, also eigentlich gar nichts. Und die sind zwar etwas älter, aber viel viel reicher. Und unsere Zukunft stell ich mir ziemlich genauso vor wie die von denen.

Lollo: Ich glaube wir werden sehr schnell altern und irgendwann Beamte werden müssen, falls es das dann noch gibt.

Christoph: Stimmt, wenn die FPÖ dann an der Macht ist lass ma uns von denen engagieren auf Lebenszeit. Schreiben die Propagandalieder für’n Strache und seine Spießgesellen.

Lollo: Genau, hackeln nichts und kassieren.

subtext.at: So bedanke ich mich für das Interview bei Christoph & Lollo und wünsche euch noch viel Spaß beim Auftritt.

Christoph: Ja, den wünsch ich vor allem dir.

Lollo: Dankesehr, tschau.

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Benedikt ist verantwortlich für die Organisation der junQ.at-Veranstaltungsreihe qlash.at und hält auch subtext.at technisch in Schuss. Er studiert derzeit an der Kunstuniversität Linz und gibt alles für ein paar Takte gute Musik.

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