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Der Unkopierbare

Der Unkopierbare

Mit „Alien“ schuf Regisseur Ridley Scott einen Film, der es später zu einem so genannten „Kultfilm“ gebracht hat. Mehrere Sequels folgten. Für Scott und Schauspielerin Sigourney Weaver war es ein gewaltiges Sprungbrett nach Hollywood. All das wäre nicht möglich gewesen, hätte nicht ein Mann seine Finger mit im Spiel gehabt: HR Giger. Mit „Prometheus“ soll es sogar bald wieder filmischen Alien-Nachschub geben.

Die außerirdische Brut machte den Schweizer Künstler weltberühmt. Giger gilt für viele als Aufbereiter des sogenannten Cyperculture. Das Kunst Haus Wien widmet Hans „Ruedi“ Giger unter dem Titel „Träume und Visionen“ eine herrlich faszinierende Retrospektive.

Nächster Halt: Abgrund
Der 71-jährige Giger, der für seine Arbeit mit einem Oscar geehrt wurde, zeigt in dieser Ausstellung, welche Dinge ihn faszinieren: Finsternis, Dunkelheit, der Cyberspace, Biomechanik, dunkler Sex und Okkultismus.

Seine Bilder spiegeln die seelischen Abgründe wider. Weder Wasser, noch der Boden, auf den man seinen Fuß setzt, noch die Wände sind starr – alles lebt, vibriert, pulsiert und ist unheimlich. Aber anziehend. Imposante wie klaustrophobisch hineinziehende Kulissen, die über Jahre hinweg eine Euphorie bei den Fans generieren konnten.

Es sind mit allerlei Dingen verfremdete Gestalten abgebildet, die in ihrer Tiefe zum Teil fast an Schemenhaftigkeit grenzen. Die Retrospektive lebt vor allem davon, was sie zur Sprache bringt: Trieb, Dekadenz, Selbstobsession, Kontrollverlust. Zu sehen sind S/M-Illustrationen und explizite Darstellungen von Genitalien und weibliche Figuren, die von Maschinen befriedigt werden – und dabei ihren Spaß haben.

Swiss surrealist
Deutungsreich und abstrakt – „Träume und Visionen“ ist eine Ausstellung, die nur wenig Futter für konventionelle Besucher in petto hat. Exzentriker, Provokateure und verrücktes Genies werden bestimmt das ein oder andere für sich entdecken. Giger liefert mit seinen Darstellungen genügend Gründe für Kontroversen. Realistisch? Sexistisch? Plakativ? Den Teufel anbetend? Viel Spaß bei der Diskussion.

Facts:
HR Giger – Träume und Visionen
Kunst Haus Wien
Eine Retrospektive bis 26. Juni 2011

Links & Webtips:
kunsthauswien.com
hrgiger.com
hrgigermuseum.com

Foto: Petra Wolf

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