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Frittenbude: „Sehr traurig, widerlich und schade“

Frittenbude: „Sehr traurig, widerlich und schade“

Frittenbude war schon zum zweiten Mal Gast im Linzer Cembrankeller. subtext.at sprach mit ihnen über ihre Rückkehr, Audiolith, den Rechtsruck und wieso man lieber nicht zwischen zwei Mitgliedern von Egotronic im Tourbus sitzen soll.

subtext.at: Nach einem guten halben Jahr schon wieder im Linzer Cembrankeller – gefällt die Location?
Johannes: Die Location ist super, weil da kann man die Luft essen.
Luzifer: Auf jedem Fall außergewöhnlich diese Location.

subtext.at: In Österreich ist der Rechtsruck derzeit sehr groß – was haltet ihr davon?
Johannes: Sehr traurig, widerlich und schade.

subtext.at: Und wie kann man dem entgegenwirken?
Jakob: Nazis in den Kopf schießen.
Johannes: Reden bringt da nicht viel. Am besten auf die Straße gehen dagegen – so wie die auf die Straße gehen. Und im Endeffekt muss da was dagegen getan werden von der Seite des Staates, damit unterbunden wird, dass sie sich treffen.

subtext.at: Ihr werden oftmals mit Deichkind verglichen – nervt das nicht?
Johannes: Ne, das nervt uns nicht. Lieber mit Deichkind verglichen werden als mit Bon Jovi.
Jakob: Das gefällt uns mittlerweile sogar schon wieder, denn Deichkind ist ja eine gute Band.

subtext.at: Obwohl Deichkind eher seichtere Texte hat?
Jakob: Naja dann. Deichkind gibt’s ja auch schon so lange und die waren schon immer irgendwie innovativ – schon die alten Hip Hop Geschichten. Es war halt immer sehr lustig was sie gemacht haben und mit viel Spaß und Selbstironie verbunden. Und was die an Liveshow am Start haben in den letzten Jahren ist echt nicht zu verachten. Aber ich sehe da auch ganz klare Unterschiede – ich denke eher, dass Deichkind und wir ähnliche Einflüsse haben, und daraus resultiert dann auch ein ähnlich klingender Sound.

subtext.at: Was haltet ihr von Konzertbesucher_innen, die nur zum Party machen kommen und den Sinn der Texte nicht verstehen?
Johannes: das ist Schade, wenn sie es nicht mitbekommen – aber im Endeffekt kann man ja nicht nur die Texte abfeiern, sondern auch die Musik. Natürlich ist es schade, wenn man einen Text schreibt mit dem man etwas ansdrücken will und es geht an den Menschen vorbei.
Jakob: Live steht halt schon der Partyfaktor im Vordergrund, aber die Leute hören es sich ja auch zu Hause auf Platte und Youtube und überall an. Da werden die dann schon auf die Texte achten.
Johannes: Viele hören es auch beim Autofahren.
Luzifer: …oder beim Frühschoppen.

subtext.at: Und wie ist es für euch, mit Egotronic herumzutouren?
Jakob: Solang nicht alle hungrig sind ist es sehr schön.
Johannes: Es ist auch sehr lustig, wenn man so losfährt ist man noch relativ normal und irgendwann verblödet man komplett. Einer ist immer am nörgeln, einer labert immer Scheiße, zwei schlafen meistens und einer liest.
Jakob: Einer kotzt.
Johannes: Was ich richtig beschissen finde ist, wenn man zwischen Torsun und Endi von Egotronic sitzt, weil immer einer von denen abwechselnd raucht. Genagenommen raucht erst Endi eine, dann rauchen Endi und Torsun eine, dann raucht Endi eine, dann raucht Torsun eine, dann rauchen Endi und Torsun wieder eine – also wenn Torsun zwei raucht, raucht Endi drei. Und diesen Platz in der Mitte hatte ich gestern und vorgestern sechs Stunden erwischt.
Luzifer: Die rauchen echt sehr viel im Auto.

subtext.at: Fühlt ihr euch bei Audiolith wie in einer kleinen Familie? Oder wie würdet ihr es für euch definieren?
Johannes: Ersatzfamilie – wir sind ja ziemlich weit weg von zu Hause. Torsun ist ja schon immer unser Onkel. Für uns sind die Fans auch ein großer Teil des Labels.
Jakob: Ein großer Freundeskreis. Es gibt ja so das Klischee, dass das Musikbusiness das zweitschlimmste nach der Mafia sein soll und da sind wir ganz froh, dass wir unter einem Dach wie Audiolith untergekommen sind, das auf freundschaftlicher Ebene fungiert.
Luzifer: Ein ziemlich geiles Netzwerk.

subtext.at: Wie entstehen eure Texte und entstehen eure Songs?
Jakob: Wir laden sie aus dem Internet.
Johannes: Da gibt es so eine witzige Webseite namens “Texteschreiber” – da gibst du ein beliebiges Thema ein und dann schreibt das die den Text. Nein im ernst, unsere Einflüsse sind das Leben und was so passiert. Was man selber erlebt, was man mitbekommt, was einen berührt. Wenn einen was anpisst schreibt man was drüber, genauso wenn einen was freut. Es kann aber auch was fiktives sein. Einfach alles.

subtext.at: Welche Frage geht euch am Ende dieses Interviews noch ab?
Johannes: Möchtest du die fünf Millionen gleich mitnehmen oder soll ich sie dir überweisen?
Jakob: Da muss man so viel nachdenken – das geht garnicht.

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Benedikt ist verantwortlich für die Organisation der junQ.at-Veranstaltungsreihe qlash.at und hält auch subtext.at technisch in Schuss. Er studiert derzeit an der Kunstuniversität Linz und gibt alles für ein paar Takte gute Musik.

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