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Comeback Kid :“That was one hell of a party“

Comeback Kid :“That was one hell of a party“

Kurz vor der Comeback Kid-Show im Ann and Pat gab uns Jeremy ein kleines Interview. Wir redeten über das Tourleben, leere Räume und das Fehlen von Unterwäsche bei Auftritten!

subtext.at: Danke dass du heute Zeit hast für ein Interview. Vielleicht könntest du dich kurz vorstellen.

Jeremy: Also ich heiße Jeremy und spiele Gitarre bei Comeback Kid.

subtext.at: Comeback Kid ist ja eine kanadische Hardcore Punk Band, oder wie würdest du euch beschreiben?

Jeremy: Ich glaub das kann man so stehen lassen. Seit dem es Punk und Hardcore gibt, das ist vielleicht schon 20, 30 oder gar 40 Jahre her, hat sich das Genre sicher verändert. Aber ich glaube Hardcore Punk ist die einfachste Bezeichnung für uns.

subtext.at: Ihr spielt ja heute hier im Ann and Pat in Linz – warum? Immerhin könntet ihr locker größere Hallen füllen.

Jeremy: Auf dieser Tour wollten wir eher in kleineren Städten spielen, in denen wir selten kommen, oder in denen wir bisher noch nicht gespielt haben. Normalerweise spielt man auf einer Europatournee immer in Städten wie Berlin, London und Wien und wir haben schon oft an den selben Orten gespielt. In Wien waren wir schon sehr oft in der Arena zu Gast und wir wollten mal etwas Neues ausprobieren. Und wir mögen kleinere Konzerte eigentlich lieber.

subtext.at: Fühlt ihr euch bei kleineren Shows wohler, da ihr näher an den Fans seid?

Jeremy: Ja, die sind einfach gemütlicher. Gestern haben wir auf einem großen Festival in Deutschland gespielt, dem Summer Breeze. Die machen zwar auch Spaß, aber man hat nicht die selbe Interaktion mit dem Publikum wie bei einer kleinen Clubshow.

subtext.at: Fühlt es sich auf dieser Tour dann so an wie zu früheren Zeiten?

Jeremy: Ja das erinnert uns an unsere ersten Tours. Da gab es im Backstageraum immer Betten zum Schlafen und einen netten Vibe.

subtext.at: Was war den damals so der Heruntergekommenste Ort an dem ihr Übernachten musstet?

Jeremy: Ich weiß nicht mehr wo genau es war – jedenfalls irgendwo in Deutschland auf unserer ersten Tour 2003. Wir wurden nach dem Gig irgendwo in einem kahlen Raum abgeladen. Es war Winter und es gab dort keine Heizung und wir freuten uns am nächsten Morgen wieder im warmen Van zu sitzen.

subtext.at: Wenn ihr auf Tour seid, wie vermeidet ihr Tote im Tourbus?

Jeremy: Wir tun das nun schon lang genug um unsere Grenzen zu kennen. Vor allem jüngere Bands haben oft ein Problem wenn sie sich 24 Stunden am Tag sehen. Wir haben gelernt die Grenzen der anderen zu respektieren. Hin und wieder gibt’s kleine Streitereien, dann geht man mal eine Runde spazieren oder macht einen Schritt zurück.

subtext.at: Gibt es einen Unterschied zwischen einer Tour in Amerika und in Europa?

Jeremy: Da gibt es schon ein paar Unterschiede. Der größte ist wohl das wir hier in einem Van oder Nightliner unterwegs sind. Wir müssen nicht selber fahren, dafür gibt’s einen Fahrer. In Amerika oder Kanada fahren will selber unseren Van. Die Fans in Europa sind auch viel entspannter – hier gibt es ganz selten eine Prügelei. In den Staaten gibt es definitiv Orte wo die Crowed sich auf einem unangenehmen Level bewegt.

subtext.at: Ich hab heute ein Posting unter dem Youtubevideo von Wake the Dead gelesen:“ I broke my nose in the pit – but it was great“

Jeremy: Oh ja – das sind die zwei Seiten. Es gibt Kids die lieben es einfach in einem Pit abzugehen und dann gibt es welche die immer wütend werden wenn jemand sie unabsichtlich trifft – Unfälle passieren. Ich erinnere mich, dass ich es immer geliebt habe, wenn ich total erschöpft aus dem Pit gekommen bin. Aber wenn jemand nur Streit sucht, dann raubt es dem ganzen die positive Energie.

subtext.at: Ihr habt wieder ein neues Album herausgebracht „ Symptoms+Cures“. Eure Fangemeinde ist dabei zwiegespalten. Die einen finden, dass ihr euch weiterentwickelt habt, die anderen sind nicht so erfreut über den Stilwechsel. Warum habt ihr euren Stil verändert?

Jeremy: Wir wollten uns nicht wiederholen. Wir haben uns ständig weiterentwickelt und verändert, immer im rahmen von Hardcore und Punk. Wir wollen ein bisschen Komplexität in unserer Musik haben und kreativ sein ohne über das Ziel hinauszuschießen.

subtext.at: Letzte Frage: was soll auf eurem Grabstein stehen?

Jeremy: (zögert kurz)  „That was one hell of a party“. Ich bin sehr glücklich, das Leben zu leben, das ich gerade habe. Ich liebe Reisen und treffe gerne neue Leute und Freunde auf Tour. Wir haben einfach eine gute Zeit.

WORDRAP
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subtext.at: Bier oder Jägermeister?

Jeremy: Ich bin definitiv ein Biertyp

subtext.at: Ist Punk tot?

Jeremy: Nein!

subtext.at: Westcoast oder Eastcoast (bezogen auf Hardcore)?

Jeremy: Wohl eher Eastcoast

subtext.at: Boxershorts oder weiße Feinrippunterhosen?

Jeremy: Boxers – außer wenn ich spiele „I play comando“.

subtext.at: Was meinst du mit „comando“?

Jeremy: Ich trage Shorts aber keine Unterwäsche!

subtext.at: Freundin oder Groupie?

Jeremy: Ich hab zurzeit keine Freundin. Groupies können manchmal toll sein und manchmal einfach nur nerven. Ich sprech hier aber nicht aus Erfahrung (schmunzelt)

subtext.at: Drop-D Tuning?

Jeremy: Ich steh nicht drauf. Wir spielen alle C# Standard

subtext.at: Oldschool oder Newschool (bezogen auf Hardcore)

Jeremy: Homeschool (lacht)

subtext.at: Danke für das Interview!

Jeremy: Kein Problem. War mir ein Vergnügen!

 

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Aging Hardcore-Punk-Fan regrets not stretching before show

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