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TED and all his friends

TED and all his friends

Am Samstag, den 22. Oktober 2011, fand in Wien eine Konferenz namens TEDxVienna statt. Was es damit auf sich hat, warum E-Mails einen dumm machen und Afrika uns in einigen Dingen voraus ist. Und warum sich Europa mit seiner restriktiven Grenzpolitik in Wahrheit sein eigenes Grab schaufelt.

Have you met TED (yet)?

TED steht für „Technology Entertainment Design“, und ist eine Veranstaltungsreihe, die es seit 6 Jahren weltweit gibt. Ziel ist es, Ideen undVisionen weiterzuverbreiten. Unter dem Motto „Ideas worth spreading“ (also Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden) findet man so auf TED.com interessante Vorträge über das Leben, über Projekte, die Zukunft und alles drumherum. Das x in der Mitte von TEDxVienna zeigt an, dass es sich dabei um eine Konferenz handelt, die zwar den Namen TED trägt, jedoch unabhängig organisiert wurde.

E-Mails make you sick and stupid

Mit dieser Kernaussage begann Anitra Eggler ihren unterhaltsamen Vortrag über ein verhasstes Ding: die E-Mail. Sie spricht vom „Informationsoverflow“, der sogenannten „Reizüberflutung“ (meine Meinung dazu habe ich in diesem Kommentar ausführlich erläutert) … und erklärt in 7 einfachen Schritten, wie man sich davor bewahren kann, dass man nicht die Mails, sondern die Mails einen selbst kontrollieren. Ein kurzer Auszug: „Shut the mail up!“ – Wenn du nicht erreichbar bist (weil du dir einfach mal die Zeit nehmen willst), schalte dein Smartphone ab. „3 times a day keeps the doctor away“ hingegen sagt: Wenn notwendig, dann schau maximal drei Mal am Tag in deine Mailbox. Nicht andauernd. Vielleicht ist da ja etwas Wahres dran. Versuchen sollte man es zumindest mal.

Afrika fast forward

Gleich zwei Vortragende haben über ihre Erlebnisse am afrikanischen Kontinent gesprochen: Alexander Oswald hat auf einer Safari in Kenia erkannt, dass in diesem Land, das von den industrialisierten Staaten als Entwicklungsland belächelt wird, manche Technologien, die bei uns gerade erst im Entstehen sind, dort bereits gang und gäbe sind. So z.B. „Mobile Payment“, also das Bezahlen mittels Mobiltelefon – in Europa und den USA gerade erst „the next big thing“ nutzen es in Kenia von den 40 Millionen Einwohnern bereits 14 (!) Millionen Menschen.

Leyla T.-Haidarian, eine Filmemacherin und soziale Aktivistin, hingegen war verwundert über die Unterschiede zwischen Südafrika und Europa: Ihr Vortrag „Beyond King of the Mountain“ beschäftigte sich mit der Frage, wie man auf unserem Kontinent den Kampf um den Sieg, um die Krone, beenden könnte. Ein Wort, „Ubuntu“, steht dabei im Vordergrund: „I am because we are.“ Würden alle nach dieser Devise leben, wäre die Welt um einiges friedvoller und hilfsbereiter. Und das würde ihr wohl wahrlich gut tun.

Europas Borderline-Syndrom

Den Abschluss machte die stellvertretende Chefredakteurin des österreichischen Magazins NEWS: Corinna Milborn sprach aber nicht über Medien und ihre Zukunft sondern ein Thema, das ihr ganz offensichtlich (und nicht ohne Grund) am Herzen lag. Europa schließt seine Grenzen, lässt Flüchtlinge, die quer durch Afrika reisen und übers Mittelmeer nach Europa kommen wollen, oftmals auf offener See sterben. Sie nennt dies „einen der größten Massenmorde der Geschichte“. Frontex, eine eigens dafür eingerichtete Institution, sorgt dafür, dass kein Schiff es schafft, an europäischen Ufern anzulegen. Europa verstößt gegen Menschenrechte und es ist wohl, wie es Frau Milborn mehrmals sagte: „Es ist eine Schande!“

 

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29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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