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Martin Klein: Komm, lass uns bleiben.

Martin Klein: Komm, lass uns bleiben.

Ich nenne ihn schon gerne „Meine ganz persönliche Entdeckung des Jahres“: Martin Klein hat mit „Lass uns bleiben“ ein berührendes, intensives und beeindruckendes Werk – reduziert auf Piano und seine Stimme – geschaffen.

Mit einem zarten „Komm, lass uns bleiben“ beginnt das erste Lied auf dem Album. Und nach nur wenigen Seknden will man in Wahrheit gar nicht mehr aufhören müssen. Als großer Fan der doch überschauberen deutschsprachigen Singer-Songwriter-Ecke hat es mir Martin Klein schon nach wenigen Takten angetan. Seine Lieder handeln von der Liebe, vom Leben, vom Ende und vom Vermissen, sind dabei aber nie irgendwie kitschig oder übermäßig gefühlvoll, falls es das überhaupt gibt (z.B. Yvonne Catterfeld würde ich das unterstellen).http://www.subtext.at/wp-admin/post-new.php

Martin wuchs in Innsbruck auf, bis es ihn schließlich (wie so viele junge Menschen) zuerst in die Bundeshauptstadt und schließlich in die große weite Welt hinauszog. In Utrecht, in den Niederlanden, studierte er beim blinden holländischen Pianisten Bert van der Brink Klavier. Nach seinem Erstlingswerk „Songs for my piano“ war die österreichische Presse begeistert. Der Falter schrieb von einem „Thom Yorke ohne Kunstrucksack und einem Maximilian Hecker ohne Elfenbeinturm“, der Standard von „sensibler und obsessiver Kunst“ … und damit scheinen sie den Nagel genau auf den Kopf getroffen zu haben.

Für „Lass uns bleiben“ hat sich Martin entschieden, das gesamte Album in deutscher Sprache aufzunehmen. Doch neben den Balladen „Alles oder Nichts“, „Der Fischer und das Mädchen“ oder „Was bleibt“ darf man sich auch etwas schnellere Lieder erwarten, wie z.B. „Da ist noch was da“ oder „Courage“. Herr Klein bietet also Abwechslung.

Woran er mich, stimmlich, mitunter erinnert? An Jochen Distelmeyer, den alten Haudegen, der schon mit Blumfeld großartige Lieder sang und nun auch solo (und vor allem live) zu begeistern weiß. Kleins Alleinstellungsmerkmal ist die Stimmung, die er mit seiner Musik, mit der reduzierten Form, erzeugt: dass ein Mann und ein Piano so eine großartige Symbiose eingehen, habe ich das letzte Mal von Philipp Poisel gesehen. Und der gehört für mich zu dem Besten was Deutschland zu bieten hat.

Seit heute ist möglich, „Lass uns bleiben“ käuflich zu erwerben. Und wer es sich nicht entgehen lassen möchte, dem haben wir hier auch noch die kommenden Konzerttermine zusammengefasst:

22.11.2011    Brut im Konzerthaus / Wien (CD Release)
24.11.2011    Autumn Leaves Festival / Graz
30.11.2011    Weekender / Innsbruck

www.martinklein.info

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29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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