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Streetart in Linz – auf den Spuren der geheimen Kunst

Streetart in Linz – auf den Spuren der geheimen Kunst

Was sich genau hinter dem Überbegriff Streetart verbirgt, ist unterschiedlich. Von Graffitis über Stencils zu Guerilla Gardening oder Postern, die zuhause bemalt und einfach an die Wände geleimt werden: es gibt eine große Auswahl, die Stadt zu verschönern. Allen gemein ist, dass sie meist nicht legal sind. Auch in Linz sieht man, wenn man aufmerksam durch die Straßen geht, an jeder Ecke Streetart. Vor allem Stencils sind in Linz stark vertreten, aber nicht immer gern gesehen.

Die positive Sichtweise auf Streetart ist in Linz leider noch nicht sehr verbreitet, wie auch die Entscheidung der Asfinag zeigt, die Abbruchhäuser in der Waldeggstraße nicht für Streetartists zur Verfügung zu stellen. Die Häuser, um die es geht werden nicht genutzt, aber erst im Jahr 2015 abgerissen. Sie stehen also leer. Die Wände, um die sich die Debatte dreht, liegen im Inneren der Häuser. Optisch müssten sich also auch keine Anwohner gestört fühlen, die Wände wären von außen nicht zu sehen. Das Argument des Sprechers der Asfinag war in diesem Zusammenhang, laut einem Bericht der OÖN , dass die Häuser nicht “verunstaltet werden sollen”. Natürlich ist es Ansichtssache, ob Streetart Kunst ist oder Verunstaltung. Aber wer schon einmal durch die Waldeggstraße gelaufen ist, weiß wie schwierig es ist, diese Straße noch zu verunstalten. Die Stadt Linz geht hingegen mit einem guten Beispiel voraus und stellt verschiedene legale Wände zur Verfügung.

Streetart – mehr als “nur” Graffiti

Neben der wohl bekanntesten Form von Streetart, dem Graffiti, existieren auch noch andere interessante Ausdrucksmöglichkeiten. Stencil zum Beispiel. Bei der Kunstform Stencil wird eine Schablone erstellt und mit Farbe übermalt oder übersprüht. Die Schablone wird meist aus Pappe mit einem Stanley-Messer ausgeschnitten. Manche Künstler erstellen die Schablonen auch aus anderem Material wie zum Beispiel Holz und wählen andere Techniken, um die Farbe aufzubringen. Das Prinzip ist jedoch jeweils das gleiche und die Schablone das Entscheidende. Der Vorteil der Schablone ist, dass das Kunstwerk vor Ort schnell entsteht und immer weiter vervielfacht werden kann, solange die Schablone eben hält. Dafür sind die Vorbereitungen mit mehr Aufwand verbunden als beim Graffiti.

Die Geschichte des Stencil

Eigentlich ist die Kunst des Stencil so alt wie die Menschheit. Selbst von Steinzeitmenschen sind Spuren gefunden worden, die als die erste Form der Stencilkunst gelten. In der Chauvet Höhle in Frankreich zum Beispiel: Über die flache Hand wurde rote Farbe gespritzt, so entstand an der Höhlenwand eines der ersten Stencils – mit der Hand als Negativschablone. Auch die alten die Ägypter nutzen die Stencilkunst zur Verschönerung von Gräbern, die Japaner, um Kleidung zu bedrucken und die Griechen, verzierten ca. im 1. Jahrhundert v. Chr. mit Stencil ihre Wände und dokumentierten so den Alltag. Diese frühen Formen von „Stencil“ sind vor allem interessant, weil sie zeigen, dass Menschen schon immer Kunst auch zur Kommunikation nutzten und vielleicht auch um sich selbst unsterblich zu machen. Diese alten Formen haben jedoch mit dem modernen Stencil kaum noch etwas zu tun. Die Anfänge der modernen Schablonenkunst werden im New York City der 70er Jahre vermutet. Die derzeit bekanntesten Stencil-Artists sind der Franzose Blek le Rat und Banksy. Letzterer kann sich mit dieser Kunstform sogar seinen Lebensunterhalt verdienen. Der allgemein als sehr zurückhaltende Künstler, von dem lange keine Fotos existierten wird in einer Dokumentation gezeigt: „Exit Through the Gift Shop“ heißt sie und ist auf jeden Fall empfehlenswert.

 Graffiti Circle in Linz ab Februar 2012 – Sei dabei!

Am 14. Februar 2012 startet in Linz ein kostenloser Streetart Circle. NOW OR NEVER organisiert zusammen mit der Streetart Künstlerin Minz das Event. Geplant ist, dass Streetart-Interessierte sich auch in Zukunft einmal im Monat treffen, um auf den legalen Wänden in Linz vor allem Graffiti und Stencils auszuprobieren. Los geht’s am 14. Februar. Beim ersten Termin wird  die Künstlerin Minz tatkräftigt zur Seite stehen und  Tipps und Tricks verraten. Vor allem bei Stencils ist sie Expertin. Vorkenntnisse sind für den Graffti Circle nicht nötig. Der Graffiti Circle möchte auch das negative Bild verändern, das in der öffentlichen Meinung über Streetart oft noch vorherrscht. Streetart ist eine Kunstform, nicht umsonst hält sie schon langsam Einzug in vielen Museen. Deshalb: Mehr Streetart in Linz mit dem kostenlosen Streetart Circle.

Wann?Ab 14:00 Uhr am 14. Februar 2012

Wo? Kulturzentrum Hof in der Ludlgasse 16, Linz, dann geht’s weiter zum Jugendpoint Eisenbahnbrücke

Wer? Alle zwischen 5 und 99

Fragen? E-Mail an streetart@nowornever.at

Mitbringen?Gummihandschuhe, falls vorhanden Mundschutz.

Anmelden? Unbedingt! E-Mail an streetart@nowornever.at, damit wir wissen, mit wie vielen Leuten gerechnet werden kann

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