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Über die Gefahren des technologischen Fortschritts

Über die Gefahren des technologischen Fortschritts

Der Papst macht sich Sorgen, twittert er. Weil die Werte an der Technik zugrunde gehen würden. Wir sind solidarisch und machen uns mit ihm Sorgen: Über Geisteszustände, Zukunftsangst und Vergangenheitsbewältigung.

Ostern ist Papstzeit: egal wo man hinsieht, der große weiße Mann von den Römisch-Katholischen ist überall zu sehen. Und sagt meist genau das, was man sich von einem 85jährigen Menschen erwartet. Und vielleicht liegt es seinem Schlafmangel in dieser Woche, aber ich nehme seine Rede in der Osternacht zum Thema für diese Kolumne. Als jener, der dem technologischen Fortschritt sehr verbunden ist.

Was ist Gut? Was Böse? Laut dem Papst können wir das nicht mehr unterscheiden. Die Schuld dafür schiebt er auf eben jenen Fortschritt, der uns so rasant die Welt erleben lässt, wie niemals zuvor. Ist das wirklich wahr? Und welchen Fortschritt meint er überhaupt? Dass EBS in Autos beinahe schon zur Grundausstattung gehört? Dass man mit dem Ding in der Hose nun auch surfen kann? Oder redet er gar von der Google-Brille? Er sollte sich am Besten mal genauer ausdrücken, damit man seine Aussagen zumindest ansatzweise nachvollziehen kann.

Gehen unsere Werte wirklich an der Technik zugrunde? Ach, das ist doch schon eine alte Diskussion: die Werte haben in unserer Generation eine andere Bedeutung, sie wechseln viel rascher als noch vor Jahren. Genauso wie wir uns entwickeln, entwickeln sich auch unsere Werte mit. Dass es aktuell definitiv ein Problem mit diesen Werten gibt, und wohl bald schon eine (nicht unbedingt christliche) Besinnung auf so Dinge wie Familie, Freundschaft, Zeit etc. Und doch finde ich es lustig, über welche Dinge sich ein so alter Mann Gedanken macht.

Wir haben dem technologischen Fortschritt so vieles zu verdanken. Man kann es wohl gar nicht in Worte fassen … und doch sind wir sicherlich noch in einer Lernphase. In einer Phase des Austestens, des Eruierens, aber wir werden nicht daran zugrunde gehen. Das wäre ansonsten vielmehr eine Angst vor der Zukunft. Ich bin froh, in einer solch (hoch entwickelten) Welt aufwachsen zu können, und kann kaum noch verstehen, wie man früher, damals, vor Jahrzehnten, hat leben können.

Und um zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können: Alles Gute bei der Eiersuche, noch schöne Osterfeiertage, und möge alles Böse unböse werden! (Hah!)

Foto by frank3.0 (AttributionNoncommercialNo Derivative Works Some rights reserved)

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29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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