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Wien kann im Sommer ganz schön heiß werden. Da hat schon mancher dran gedacht, die Stadt zu verlassen. Im Roman von Christina Maria Landerl geht das Ganze aber doch tiefer unter die anfangs so idyllisch wirkende Oberfläche. Genau die richtige Lektüre für einen Sommertag.

Paare treffen und verlassen sich, es wird getrunken und gelacht, das Leben der End-Zwanziger scheint spielerisch zu sein, das Erwachsenwerden wird auf später verschoben. Aber Eine aus dem Freundeskreis ist verschwunden, keiner hat sie mehr gesehen. Doch zu lose sind die Verbindungen, als dass echte Sorge aufkommt. Man sucht eher Gründe, schiebt es auf den Druck der Uni-Diplomarbeit. Margot hat die Stadt verlassen, so scheint es. Oder ist ihr doch etwas passiert? Was von Andrea Maria Dusl als Boboville bezeichnet wurde, ist die Welt, in der sich Landerl mit ihrem Erstlingswerk bewegt.

„Hier ist Wien. Ich bin Weg.
Jetzt soll Wien zusehen wie es ohne mich zurechtkommt“

Das Debüt der oberösterreichischen Autorin Christina Maria Landerl ist schön, ruhig und manchmal drückend wie ein schwüler Sommernachmittag. In klaren Bildern, verspielten Nebenhandlungen und anfangs lose wirkenden Versatzstücken erzählt die Steyrerin eine schöne Geschichte. Wer Wien mag, wird dieses Buch lieben, doch man muss nicht jeden Winkel kennen, um in diesem Buch gefangen zu werden. Die ProtagonistInnen schwelgen durch die sommerliche Hauptstadt, die staubigen Straßen und die stehende Hitze werden beim Lesen spürbar.

Die Bewertung der subtext-Redaktion:
5/5 Punkte

 

Verlass die Stadt von Christina Maria Landerl
Verlag: Schoeffling, Gebundene Ausgabe, 136 Seiten
ISBN 978-3895612558

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Ich bin online und offline unterwegs, mit Kamera, offenen Augen und Ohren. Beteiligt an unzähligen (Web-)Projekten, großen und kleinen Initiativen und Vereinen.

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