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THE SMASHING PUMPKINS: Quo vadis?

THE SMASHING PUMPKINS: Quo vadis?

Spröder Rock in himmelblau: Seit dem Comeback-Album „Zeitgeist“ von 2007, welches mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, sind die Smashing Pumpkins fleißig bei der Sache. Frei nach dem Motto „Darf es auch etwas mehr sein?“ wurde das 44 Songs umfassende Projekt „Teargarden By Kaleidoscope“ in Angriff genommen. Status: Noch nicht abgeschlossen. Weil Billy Corgan sowieso nie still steht, folgt nun mit „Oceania“ die achte Studioplatte. Esoterische Klangfarben, die es einem nicht ganz leicht machen, gemocht zu werden. Vielleicht, weil alles ein bisschen egal ist. Die Schatten der Vergangenheit sind einfach zu groß.

Es gab Zeiten, da war die Person Billy Corgan zuweilen interessanter als der musikalische Output seiner Band. Selbstüberschätzung, Megalomanie und Größenwahn in allen erdenklichen Formen traten bei ihm auf. Der Frontmann scheint nun etwas geläutert. Wahrscheinlich deswegen, weil die Smashing Pumpkins mit Zuschauerschwund bei den Konzerten zu kämpfen haben. Die Konsolidierung muss jetzt folgen, wenn die Gruppe weiter stilprägend und relevant sein will. Wie früher. Möglicherweise waren die Erwartungen wiedereinmal zu groß, denn die ersten Durchläufe von „Oceania“ verlaufen wenig nachhaltig. Als Hörer lässt man sich von alledem mal dorthin, mal hierhin tragen. Kryptische Songtitel wie „Panopticon“, „The Chimera“ oder „Glissandra“ wurden beibehalten. In den Texten gibt es die entsprechende Analogie dazu, überdies wehklagt Corgan wie eh und je. Ein zäher Fluss mit so manchen Untiefen.

Wo Schatten ist, ist auch Licht. Die Pumpkins machen wieder ein bisschen Lärm wie im elektrisierenden Opener „Quasar“. Umgarnende Harmonien wie in „The Celestials“ versöhnen – zu „Tonight, Tonight“ scheint es nur noch ein kleiner Schritt. Gitarrenkraft und Mollsehnsucht waren schon immer die beiden Seelen, die Corgan zusammenführte.

Für Langzeitgenießer scheint „Oceania“ günstigstenfalls die beste Investition zu sein, weil Songs wie das weitschweifige „Violet Rays“ nach und nach Wirkung entfalten. Trotzdem bleibt eine Frage offen: Wohin soll das alles noch führen? Abwarten, wie’s weitergeht.

Facts:
The Smashing Pumpkins – Oceania
Gesamtspielzeit: ca. 60 Minuten
EMI

Links & Webtips:
smashingpumpkins.com
facebook.com/smashingpumpkins
 twitter.com/SmashingPumpkin

Foto: EMI

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