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BIFFY CLYRO: Circus Maximus

BIFFY CLYRO: Circus Maximus

Es war vorauszusehen, dass es groß werden würde. Aber so groß? Auf zwei CDs? Biffy Clyro wissen, dass Lorbeeren nicht zum Ausruhen da sind und so lässt das Ensemlbe aus Schottland endgültig die Korken knallen. Ein Doppelalbum ist an der Reihe, an dem sich schon viele versucht haben und noch mehr gescheitert sind. Hier schon mal die Entwarnung: Mit „Opposites“ lassen sich mühelos ganze Tage vertrödeln.

Frank Maddocks

Musikalisch offener, verspielter und gesegnet mit zahlreichen Wechseln und Schlingen und dennoch eingängiger, als manch einer meinen mag – „Opposites“ bietet enthusiastische Rocksongs, die mit reichlich Herzblut und hohem Abwechslungsreichtum präpariert sind, von einer Band, die stets alle Sympathiepunkte ergattert hat. Für die kommende Best Of-Platte gibt es auf dieser Platte definitiv etwas auszuwählen.

Zum Glück reißen Biffy Clyro nicht alle Brücken auf „Opposites“ ab, denn ihre unverfälschlichen Trademarks haben sie beibehalten. Man kennst sich schon, die Rhythmen, den Furor, den Pop-Appeal, die gefühlt tausend Takte. Sie frickeln, aber niemals so, dass man über kurz oder lang den Faden verlieren würde. Biffy-Songs sind angenehm griffig in ihrer Andersartigkeit. Dazu der Gesang von Frontmann Simon Neil, dem es nie an Gefühl und/oder Durchschlagskraft mangelt.

Frank Maddocks

Natürlich tragen die Band manchmal dick auf („Stingin‘ Belle“), aber nicht so penetrant wie manch andere. Der Unterschied ist: Als Hörer wird man von all den Dingen, die hier stattfinden, nicht überrumpelt. Vielmehr lässt man sich genüsslich mal hierhin, mal dorthin tragen und führen. Dem gegenüber tummeln sich kleine, sich trotzdem festsetzende Melodien wie in „Pocket“, einer Art College-Rock-Nummer, die lockerleicht durchgeht. Manchmal muss der Putz trotzdem wieder bröckeln wie in „Modern Magic ormula“ und „Victory Over The Sun“.

Das hymnisch auftrupfende „Different People“ zeigt eine epische Facette, „Spanish Radio“ im Mariachi-Stil gehalten ist noch farbenprächtiger ausgestattet (und noch besser gelungen) und mit „Black Chandelier“ hat das Trio zudem einen zielsicheren Hit im Gepäck, mit pathetischem Zuckerguss zu Beginn und einem deftigen Teil am Ende. Diese Dualität (wie es auch der Titel andeutet) gefällt mir persönlich ausgesprochen gut. Mit „Opposites“ schwimmen sich Biffy Clyro frei, raus aus der Einengung.
Bleibt nur die Frage: Was soll jetzt noch kommen?

Cover

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Black Chandelier, Spanish Radio, Pocket
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Frank Maddocks, Warner Music
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