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Crossing Europe: „boy eating the bird´s food”

Crossing Europe: „boy eating the bird´s food”

Der griechische Film “ To Agori Troi to Fagito Tou Pouliou” / “Boy Eating The Bird´s Food” zeigt an Hand eines Einzelschicksals die Auswirkungen auf das alltägliche Leben in Griechenland, in Assoziation mit der derzeitigen dort herrschenden  Finanzkrise.

Yorgos ist ein junger Grieche, der sich  ohne Perspektive durch seinen maroden Alltag schlägt. Die menschlichen Grundbedürfnisse, wie ein Dach über den Kopf, genug Essen & Trinken, aber auch besonders die sozialen Kontakte können von Zeit zu Zeit nicht mehr ausreichend erfüllt werden. Zu Beginn befindet sich der Hauptdarsteller noch in der eigenen Wohnung mit seiner einzigen Bezugsperson, seinen gelben Kanarienvogel. Selbst sein einziges Talent, das Singen wie eines Kastratens, verhilft ihn nicht zu einer festen Anstellung, als er aufgrund seiner Mangelernährung zusammenbricht. Bereit sich mit allen Mitteln die im zur Verfügung stehen, versucht er sich durch das Leben zu schlagen.

Um Essen zu bekommen, isst er sogar das Vogelfutter, die Essenreste aus dem Müll oder ist löffelweise Zucker aus der Dose des Nachbarns, den er ab und zu behilflich ist. Doch die Lage scheint sich immer weiter zu verschlechtern: Bald wird im der Strom und das Wasser abgedreht, und er sieht keine Perspektive mehr, in seiner Wohnung zu bleiben. So holt er noch einen Kübel voll Wasser, obwohl sein Nachbar bereits tot in seiner Wohnung liegt. Andere Bedürfnisse, wie das, nach Liebe, Zärtlichkeit und Sex, versucht er sich durch Stalkerei einer Hotelangestellten zu erfüllen, was leider nicht ganz klappt.

Als er die Ruine eines abgerissenes Haus findet, bekommt er etwas Unterschlupf, doch auch diese bietet nicht dauerhaften Schutz. Um irgendwie an Geld ranzukommen, ist er bereit sein letztes Hab und Gut zu verkaufen, auch wenn er dafür nur 4 € bekommt. Nicht mal mehr unter die Augen seiner Familie traut er sich und will die Verantwortung dadurch auch nicht  abgeben. Durch seine mentale Disabilität verschlechtern sich seine geistige und körperliche Reaktionsfähigkeit.

So endet der Film, mit keiner Aussicht auf Hoffnung oder Besserung des Schicksals. Etwas befremdend wirkt der Film, da er schonungslos zeigt, wie es einem  Menschen ergehen kann, der ausgelöst durch eine finanzielle Krise, nicht nur in den Ruin getrieben wird, sondern auch jegliche Perspektive und Sinnhaftigkeit seines Lebens verliert. Dieser Film zeigt schonungslos die „soziale Armut“ in allen Facetten des Alltags und lässt den Zuseher in eine realistische, aber auch erschreckende  Welt entführen.

Nur mit den technischen Hilfsmittel einer Handkamera schaffte es der griechische Regisseur EKTORAS LYGIZOS zwar ganz nah am Schauspieler zu sein, aber dennoch überzeugt mich der Film nur gering.

Dafür bekommt er:
3/5 Punkte

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Ich, ein Mädel aus Linzer Umgebung schreibe liebend gerne Konzert-Reviews, Filmkritiken und so manch anderes über Kultur, Leute und dem ganzen Drumherum. Wortspielereien mit Gefühlen, die echten Tatsachen und Stimmungen sind mein Metier, in dem ich mich am Wohlsten fühle. Kultur wie sie leibt & lebt im Linzer Raum und sonstwo, am Puls der Zeit, niemals vergessen, sondern dokumentiert, hier auf subtext.at Das ist meine Welt, ahoi!

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