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fun. – live @ Posthof Linz

fun. – live @ Posthof Linz

Es wird wohl das letzte Mal sein, dass man die New Yorker Grammy-Gewinner fun. in einer Location wie dem Linzer Posthof sehen wird. Bereits monatelang im Vorhinein war das Konzert ausverkauft. Wer eines der begehrten Tickets ergattern konnte, wurde nicht enttäuscht, denn es wurde ein fantastischer Abend.

Die Ausgangssituation: fun., spätestens seit „We Are Young“ international wie eine Rakete in den Himmel schießend, kommen für einen einzigen Gig dieses Jahr nach Österreich – und das ausgerechnet nach Linz. Was einen Run auf die Tickets auslöste – monatelang war keine Karte mehr zu bekommen. Was sich dann am Konzerttag abspielt, sieht man hier auch nicht oft. Bereits am Nachmittag warten die ersten Fans vor dem Eingang, um sich die besten Plätze für ihre Idole Nate Ruess, Andrew Dost und Jack Antonoff, wie die Kerntruppe von fun. heißt, zu sichern. Hat man das dann geschafft, wartet mit Miniature Tigers um 20 Uhr der erste und einzige Supportact. Musikalisch durchaus auf gutem Niveau, mit Applaus und einem bisschen Gekreische – gar nichts im Gegensatz zu dem, was folgen sollte – bedacht, und all das erfüllend, was ein Supportact können muss.

Danach verließen nicht viele die Halle – um ja nicht ihren Platz zu verlieren. Als fun. dann die Bühne betreten, glaubt man, einen Hörsturz zu erleiden. Grenzenloser Jubel, grenzenloses Gekreische, und Textsicherheit der Fans, die sich von der ersten bis zur letzten Minute lang erstrecken sollte. Außerdem kann man von Frontmann Nate Ruess zwei Dinge als gesichert erachten: die Frisur während einem Konzert gefühlte Hundertmal zu „durchwurschteln“, was gefühlte Hundertmal Glücksgefühle bei den (vor allem weiblichen, Anm.) Fans auslöste, schafft in Linz bislang nur er. Ihn darauf zu reduzieren, wäre allerdings unfair. Er ist nämlich auch: eine Rampensau, die es schafft, das Publikum auf sich zu ziehen, und gesanglich auf der Höhe. Natürlich wurden alle großen Hits gespielt – von „At least I’m not as sad“ über „Carry On“ bis zu „We are Young“, zwei Zugaben danach inklusive. Mit gut 85 Minuten Dauer kein allzu langes, aber mehr als intensives Vergnügen. Das Konzerthighlight der heurigen Posthof-Saison – oder, um eine Floskel zum Abschluss zu bemühen: fun.-tastic!

Fotos: Christoph Thorwartl

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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