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Green Events Austria Kongress @ Vista3 Wien

Green Events Austria Kongress @ Vista3 Wien

Wie mache ich eine Veranstaltung „Grün“? Was bedeutet dieser Begriff überhaupt und wie setze ich meine Ideen am besten um? Genau diesen und noch vielen weiteren Fragen widmete sich der heurige Green Events Austria Kongress im Vista3 Kongresszentrum in Wien.

Namhafte VertreterInnen aus der Wirtschaft und der Eventbranche, aber auch einige Studenten fanden an Tagen zusammen, um über grüne Möglichkeiten im Veranstalstungsbereich zu diskutieren.

Begonnen wurde wurde mit der Vorstellung der folgenden Workshops; in drei Runden fanden jeweils drei Workshops parallel statt – man hatte die Qual der Wahl. Ebenfalls wurden bereits erste Gäste und Referenten, wie Holger Jan Schmidt, Vertreter der Green Events Europe Konferenz bzw der Green Operation Group/goGroup, vorgestellt.

Noch im Plenum sprach Holger Jan Schmidt über bereits umgesetzte grüne Projekte, mit dem Fokus auf europäische Festivals. Als Beispiele führte er unter anderem das von Global 2000 durchgeführte Tomorrow Festival an, welches bereits mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurde. Weitere Beispiele waren u.a. das Szene open air Festival in Vorarlberg, welches bereits seit mehreren Jahren keine Besucherparkplätze mehr anbietet. Aber auch Konzepte des Nova Rock und des Frequency Festivals (Green Camping) wurden vorgestellt – wie auch auch ein Blick über die Grenzen zum deutschen Doppelfestival Hurricane/Southside (kostenloses Green Camping, Müll- und Dosenpfand, kostenlose Anreise per Bahn), zum britischen Glastonbury Festival (eigene Photovoltaik Anlage), zum niederländischen Lowlands Festival, oder zu portugiesischen Festivals, welche alle Abwässer selbst aufbereiten und gereinigt wieder zurückspeisen. Besonders im Vergleich mit Festivals im europäischen Ausland zeigte sich großer Nachholbedarf, insbesondere bei Großveranstaltungen, nicht nur im musikalischen Bereich, sondern auch bei Sportveranstaltungen. Elisabeth Freytag vom Lebensministerium erklärte das österreichische Umweltzeichen, sowie andere europäische Gütesiegel und Umweltzeichen (Blauer Engel, EMAS – Siegel, .. ).

In der darauf folgenden Pause konnten bereits erste persönliche Gespräche geführt werden, ebenfalls wurde der Marketplace „Green Events und Innovative Produkte / Dienstleistungen eröffnet. Auch Fachliteratur zum Thema wurde angeboten, Vertreter ökologischer Firmen (Mehrwegbecher, ökologische Druckprodukte, Upcycling, Festivals) warben für ihre Produkte. Impacts Catering Solutions servierte ein vorzügliches Mittagsmenü – natürlich regional, biologisch und mit vegetarischen/vaganen Möglichkeiten.

Nachmittags dann der erste Workshop zum Thema Green Culture – Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement von Kulturveranstaltungen und Festivals.
Georg Trappeiner (Ö. Ökologie Institut) diskutierte mit Holger Jan Schmidt (Green Events Europe), Johannes Gruber (Schrammelklang Festival), Birgit Gerstl (oeticket), sowie Frequency Organisator Harry Jenner (musicnet) über Konzepte grüner Festivals. Bereits bestehende Angebote und Ideen wurden vorgestellt, aber auch neue Konzepte wurden erklärt.
Anhand von praktischen Beispielen wurde auf Fragen der TeilnehmerInnen eingegangen, auch natürlich auf das wichtige Thema der Finanzen („Was entstehen für Mehrkosten durch grüne Festivals – rentiert sich das überhaupt?“) und Förderungen von grünen Ideen. Ein Beispiel wäre hier die Nutzung des Veranstaltungstickets als Fahrschein für (städtische) öffentliche Verkehrsmittel – in Linz belaufen sich diese Kosten auf ca 50 – 60 Cent pro Karte.

Nach einer weiteren Pause, die natürlich wieder für Networking und Werbung genutzt wurde, ging es im zweiten Workshop an diesem Nachmittag um das Thema Imagefaktor Green – Responsable Sponsoring und um die Herausforderung einer glaubwürdigen Nachhaltigkeits – Kommunikation. Gemeinsam mit Gabriele Faber – Wiener (Center for Responsable Management), Sarah Majewski (no.sugar marketing&pr), Regina Preslmair (Lebensministerium) und Georg Tappeiner wurden Methoden diskutiert, Sponsorfirmen ebenfalls in das Veranstaltungskonzept einzubinden. Die Diskussion kippte aber schnell in Richtung Marketingkonzepte und sogenanntes „Greenwashing“ – ein nicht minder interessantes Thema. Auch hier wurde wieder viel anhand praktischer Beispiele erklärt; neben oben genannten Greenwashing – Marketinngkonzepten aber auch der richtige Umgang mit Sponsoren (der Sponsornehmer darf auch Forderungen stellen).

Der Abend sei noch kurz zusammengefasst: Umwelt- und Agrarminister Nikolaus Berlakovic verlieh im Rahmen eines Galaabends einige österreichische Umweltzeichen sowie Preise zum Wettbewerb „Sportlich zur Nachhaltigkeit“. Besonders hervorzuheben sei noch einmal das wirklich sehr schmackhafte Essen.

Tag zwei der Konferenz brachte neben der neuerlichen Möglichkeit zum Networking und Austausch mit VeranstalterInnen aus ganz Österreich und dem benachbarten Ausland – aber auch mit AbsolventInnen diverser Ausbildungsstätten wie der FH Kufstein oder der Universität Wien, welche beide Veranstaltungsmanagement als Studienrichtung anbieten.
Ebenfalls fand noch ein Workshop zum Thema Nachhaltige Locations statt, welcher u.a. das sich derzeit im Bau befindliche Montforthaus in Feldkirch, aber auch das Congress Centrum Alpbach behandelte. Vertreter beider Häuser, sowie Robert Lechner von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen stellten ihre Projekte vor und standen danach Frage und Antwort.

Zum Schluss wurde die Zeit noch für ein World EventCafé, Gruppengespräche zum Abschluss und Ausblick auf den nächsten Green Event Kongress 2015. Unser Fazit: höchst informativ, hohe Qualität und das Essen sei nochmals sehr lobenswert erwähnt. Auch für unsere Veranstaltungsreihe Qlash  konnten wir uns einige Inputs mitnehmen, welche hoffentlich bald umgesetzt werden können – wir halten euch auf dem Laufenden!

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