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THIRTY SECONDS TO MARS: Larger than life

THIRTY SECONDS TO MARS: Larger than life

Ein Album, so grellbunt wie das Cover: Thirty Seconds To Mars inszenieren sich auf „Love Lust Faith + Dreams“ in XXL. Sprich – überlebensgroß und leinwandbreit. Wer formelhaftes Songwriting und effekthaschende Oberflächlichkeit sucht, ist hier genau an der richtigen Stelle. Eine Rezension, die einer Gleichgewichtung ähnelt.

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Sie wollen alles, sie können auch sehr viel – und trotzdem greifen Jared Leto, Shannon Leto und Tomo Miličević öfter mal daneben. Der Frontal-Rock der Formation wird immer erdiger (statt spaciger), die experimentellen Phasen, die auf ihrem fabelhaften Debüt noch praktiziert wurden, treten mit jedem neuen Album weiter in den Hintergrund. Rückwärtsgewandt ist der Begriff, der „Love Lust Faith + Dreams“ am ehesten bezeichnet. Den ganz großen Durchbruch auf Biegen und Brechen heraufbeschwören und auf das der Mainstream nicht mehr Lichtjahre entfernt bleibt – diese Hürde haben sie genommen.

Selten kündigt sich eine Band im Vorfeld einer Veröffentlichung mit so viel Getöse an. Thirty Seconds To Mars sind jetzt Big-Player im Rock-Kosmos und können es sich wohl leisten, sich von Künstler Damien Hirst ein Cover spendieren zu lassen und Dita Von Tesse als Pin-up zu ködern. In der Champions League kämpft man eben mit allen Mitteln um Aufmerksamkeit und dementsprechend haben sie es geschafft, in aller Munde zu sein.

Jared Leto

Thirty Seconds To Mars werden immer mehr zur One-Man-Show, was auch am Auftreten von Jared Leto selbst liegt, der neuerdings unter dem Pseudonym Bartholomew Cubbins in Erscheinung tritt.
Trotzdem landet die Band noch ein paar Treffer. Der Opener „Birth“ lodert dramatisch auf und der nachfolgende „Conquistador “ ist eine imposante Erscheinung, wäre die Produktion nicht so meterdick aufgedunsen. Darüber kann man hinwegsehen. Die Single „Up In The Air“ scheidet die Geister, aber man kann sie sich schön hören. Insgesamt werde ich den Eindruck nicht los, dass sich die Band den Pomp-Appeal bei Muse ein Stück weit abgeschaut hat.

Perfektion ist schön und gut, aber man will schließlich auch etwas fühlen, oder? Es wäre wünschenswert gewesen, die Experimentierfreude wieder erneut aufleben zu lassen, die seit zwei Alben auf der Strecke bleibt. Jared Leto hätte sich auch mit dem Texten mehr Mühe geben sollen. Inhaltlich ist die Platte alles andere als stark. Leto rebelliert gegen alles und jeden wie in „The Race“, appelliert an das Kämpferische ins uns, man soll ja nicht resignieren – wogegen genau oder wofür, tja, bei dem bleibt er relativ vage. Entweder man verehrt Thirty Seconds To Mars nun weiterhin oder man gibt es endgültig auf.
Dazwischen passt nicht mal mehr ein Blatt Papier.

CD

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Birth, Conquistador, Up In The Air
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Universal Music
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