Now Reading:

James Labrie: Impermanent Resonance

James Labrie: Impermanent Resonance

Es gibt da eine Platte, die seit mehr als einem halben Jahr lechzend vor dem CD-Deck gelegen hat. Als eingefleischter Dream-Theater-Anhänger ist die Soloplatte von Frontmann James Labrie eine zweischneidige Angelegenheit. Wird sie „wie Dream Theater“ klingen? Wie macht sich Labrie abseits von John Petrucci und Co? Kurze Antwort: ungewohnt gut!

Soloplatten von Künstlern bekannter Bands sind ja immer so eine Sache.  James Labrie ist, wie die anderen Mitglieder von Dream Theater, kein kompletter Neuling mehr. Bereits 2010 und 2008 war er mit „Static Impulse“ und „Prime Cuts“  auf Solopfaden unterwegs. Seit Mitte 2013 ist „Impermanent Resonance“ erschienen. Ein gutes halbes Jahr musste die CD nunmehr warten, bis sie mein CD-Deck von innen erkunden durfte.

Mit „Agony“ ertönt dann auch der Opener. Ein kleiner Abstecher in den Death Metal zu Beginn, wo Peter Wildoer sich perfekt mit Labries melodischer, bekannter, eingängiger Stimme ergänzt. So ganz anders als Dream Theater es vorgibt, fast straighter, eingängiger. Und man ist verlockt, den Track gleich mal auf die „Repeat“-Schleife zu setzen. Nicht umsonst die Auskopplung der Platte.

In ähnliche Kerben schlagen danach „Undertow“, das ein bisschen mehr in den Progressive abdriftet, und „Slight of Hand“. Gutes Material, dem jedoch ein bisschen die Eingängigkeit fehlt. Mit „Back on the Ground“ darf eine Ballade, oder zumindest Labries Interpretation davon, nicht fehlen. Der wiederum – eine rein subjektive Meinung – bringt die Stimme fast besser zur Geltung.

Die Stimmung im Album selbst ist ein bisschen zwiegespalten. Fast schon in den Pop-Bereich abdriftend – was Labrie aber nur in Nuancen zulässt – und kein reines Metal-Album. Man tut sich schwer. Tracks wie „I Got You“ lassen eher den Metal-Geist herausstechen, „Letting go“ erinnert anfangs schon fast an Linkin Park, und „Say you’re still mine“ ist eine klassische Rockballade.

Man weiß nicht genau, woran man bei James Labries aktueller Platte wirklich ist. Vielleicht ist auch das das außergewühnliche daran. Die Platte ist jedoch gleich ganz oben in der Favoritenliste gelandet. Und wenn auch so ganz anders als Dream Theater, so macht sie doch so richtig Vorfreude auf das Konzert am nächsten Samstag im Wiener Gasometer!

Share This Articles
Written by

Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

Kommentare werden geladen...
Suchbegriff hier eingeben und mit Enter bestätigen