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man muss nicht alles NOIR sehen

man muss nicht alles NOIR sehen

Die Gefühle vor dem BROILERS-Konzert waren gemischt. Zu enttäuschend war der Auftritt, den die Düsseldorfer anno 2011 in der Arena Wien absolviert hatten. Aber alte Wunden heilen und eine wahre Liebe stirbt nicht …

Eins vorne weg: Die Versöhnung mit den BROILERS ist gelungen.

Zuvor durften aber noch die Schweizer DELILAHS die ausverkaufte Arena mittels Pop-Punk ins Schwitzen bringen. So ganz gelang das den Jungs und Mädels zwar nicht aber der ein oder andere Offenherzige ließ sich zum Herumwackeln motivieren.

Die Motivation der Mixtur aus Skinheads, Punks, vereinzelten Langhaarigen und das, was man schon fast als „Normalos“ bezeichnen könnte, war kurz vor 21:00 Uhr jedoch um ein Vielfaches größer. Während sich auf der Bühne die Umbauphase ihrem Ende zuneigte, wurde publikumsseitig laut, falsch und mit Begeisterung Bro Hymn und Gotta Go aus der Konserve mitgegröhlt … und als hätten’s die Anwesenden gewusst, wurde aus dem Gotta Go-Wooohoooo schnell das BROILERS-Eigene Zurück Zum Beton-Woohohooo. Höchste Zeit also für Samy Amara & Band die Bühne zu Entern. Mit der wohl besten Opener-Kombo unserer Zeit – Preludio: Vanitas und Zurück zum Beton– wurde gleich zu Beginn die erste Breitseite Power in die Menge geschossen.

Gefolgt von 27 weiteren Songs aus allen Schaffensjahren der ehemals Jüngsten Skinheadband Europas. Neben Oi!-Klassikern wie Schenk mir eine Blume, Paul der Hooligan oder Gegen All den Schmutz enthielt die Setlist auch jüngere „Evergreens“ in Form von Meine Sache und Ruby Light & Dark. Insgesamt fiel die Aufteilung der Songs überraschenderweise „Old School“-lastiger aus, als angenommen. Klar, das neue Album Noir musste promoted werden, daher fanden auch ganze acht Songs von der schwarzen Silberscheibe ihren Weg auf den Spickzettel. Doch mit einer ungefähren 50:50 Aufteilung zwischen Noir+Santa Muerte und den älteren Werken wurden wohl beide BROILERS-Lager angenehm überrascht. Alle Fans können die BROILERS wohl schon seit Vanitas nicht mehr zufrieden stellen. Die einen bedauern die Abkehr vom rau-derben Oi!, die anderen finden sich eben in den „softeren“ Songs aus der Feder der Düsseldorfer wieder. Aktuell wie nie war daher auch Sänger Samy Amaras Aufruf zu offenen Herzen und offenen Geistern.

Und Spaß hatten schlussendlich dann eh wieder beide „Lager“!

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Markus liefert als Teil der Wiener Fraktion von Subtext Konzertfotos aller möglichen Genres. Egal ob Hip Hop oder Black Metal - Hauptsache die Musik geht unter die Haut und drückt in den Ohren.

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