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IFFI 2014: Where’s the beer and when do we get paid?

IFFI 2014: Where’s the beer and when do we get paid?

Seit 1992 findet jährlich das Internationale Film Festival Innsbruck statt. Filme aus Lateinamerika, Afrika, Zentralasien und Osteuropa. Neben ernsthaften Werken war überraschend viel Unterhaltsames dabei. Vier Filme, ein Querschnitt.

So etwa „Where’s the beer and when do we get paid“ von Böller und Brot, der die alternde Rocklegende Jimmy Carl Black – bekannt geworden als Schlagzeuger von Frank Zappa – in seiner Wahlheimat im bayrischen Höpfling zeigt. Mit seinen 70 Jahren ist er immer noch auf Tour, wobei nicht ganz freiwillig. Er bekommt keine Rente, kann also nicht in seine wohlverdiente Pension gehen – keine gerade verlockende Aussicht für Nachwuchsmusiker.
Aufgelockert wird das Ganze durch Retrospektiven aus dem bewegten Leben des Rockstars, bei denen klar wird, dass „The Indian of the group“ – wie er genannt wurde – so ziemlich alles erlebt hat, was man sich unter dem Klischee des Musikerlebens vorstellt: Drogenexzesse, Groupies, Hotelzimmer verwüsten und nebenbei ausgedehnte Tourneen spielen.

Filme wie „Gangster of Love“, eine Doku über einen Heiratsvermittler in Kroatien, der nebenbei jedem seiner Klienten eine CD mit selbst eingesungenen Liedern verkauft, verstecken ihr humoristisches Potenzial im Detail.

Eine alleinerziehende Mutter aus Rumänien wird zur mission impossible für den Arrangeur. Eine Verabredung nach der anderen, kein Interesse seitens der Männer. Großteils aus ihrer Perspektive bekommt man einen Einblick in das Dorfleben in Kroatien: viele Männer haben weder Ausbildung noch berufliche Zukunft. Auch ein deutscher Universitätsprofessor ist in Kroatien, um eine Frau zu finden, am Ende hat er Briefkontakt mit „several Ukrainian women“.

Das ernüchternde Ende für die alleinerziehende Frau: kein Mann konnte gefunden werden, viele hatten kein Problem mit dem Kind, dafür mit ihrer Nationalität. Immer wieder betont der Gangster: „…you look nice, you’re neat. There’s somebody out there for you.“

Josè Luis Valle, ein mexikanischer Regisseur, hat mit seinem Spielfilm „Workers“ das Angestelltenverhältnis in Mexiko porträtiert. Ein Putzmann arbeitet seit 30 Jahren in einer großen Glühbirnenfabrik. Nachdem er sich endlich auf die Pension freut, wird ihm diese verweigert – er ist illegal in Mexiko. Aber es wird ihm als Dank für sein Engagement und seine Loyalität gestattet, weiterhin seiner Arbeit nachzugehen.

Dies als erster Handlungsstrang, verwebt sich ein zweiter in den Film. Eine Haushälterin arbeitet ebenfalls seit Jahren für eine reiche Witwe, deren wichtigstes Ziel es ist, dass es ihrem Windhund „Princesa“ an nichts fehlt. Nach dem vorhersehbaren Tod der Witwe, wird der Windhund als einziger Erbe eingesetzt, unter der Bedingung, dass alle Angestellten das riesige Anwesen weiterhin in Ordnung halten. Sollte der Hund eines natürlichen Todes sterben, wird das Erbe auf die Angestellten aufgeteilt. Also wird ein Plan entwickelt, wie man den Hund los wird, ohne Spuren zu hinterlassen.

Die italienisch-slowenische Koproduktion „Mein Neffe der Idiot“ erzählt die Geschichte eines italienischen Lebemanns namens Paolo, besser gesagt einem, der Alkohol und Essen über alles andere stellt. Nach dem Tod seiner slowenischen Tante, die er noch nie getroffen hat, wird er unverhofft zum einzigen Verwandten seines Neffen Zoran und damit zu seinem Erziehungsberechtigten. Zuerst entschieden dagegen, verwandelt er sich in einen fürsorglichen Ersatzvater, als er das Talent des Jungen entdeckt: Darts. Mit schon fast 100%er Sicherheit trifft er immer das Bull’s Eye. Daraufhin will er Zoran zur Weltmeisterschaft in Glasgow anmelden, mit Blick auf das Preisgeld in Höhe von 60 000 Eur, von dem der Junge natürlich nichts abbekommen soll. Erst durch ein Mädchen aus dem kleinen italienischen Dorf nimmt die Handlung eine Wendung, muss sich Paolo Veränderungen stellen, die ihm anfangs überhaupt nicht in den Kragen passen.

 

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Schreibt seit längerem, macht noch länger Musik. Mal erfolgreich, mal weniger - und versucht das Beste aus dem doch irgendwie dörflichen Innsbruck zu machen.

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