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Die Sterne – Flucht in die Flucht

Die Sterne – Flucht in die Flucht

Nach 22 Jahren und mit ihrem nunmehr zehnten Album erfinden sich Die Sterne nicht neu. Das ist aber auch gar nicht schlimm.

Damals, im vorigen Jahrtausend, formierten sich aus Frank Spilker, Thomas Wenzel, Frank Will und Christoph Leich eine neue Musikgruppe, welche mit deutschsprachigen Liedern im Indie-Pop-Genre (was auch immer man sich darunter vorstellen will) für Furore sorgte. Das war 1992 und nur ein Jahr später wollten Musikjournalisten „Die Sterne“ zu den Nachfolgern der großen „Ton Steine Scherben“ hochloben. Doch die übermäßigen Lobpreisungen konnten ihnen nichts antun, sie zogen ihr Ding durch und so gibt es sie (auch wenn sie jetzt nur mehr zu dritt agieren), zweiundzwanzig Jahre später immer noch.

Und ja, man kann ein bisschen „Ton Steine Scherben“ raushören, aber eben nicht nur. Manche Lieder erinnern an Kettcar, oder an Blumfeld, häufig auch an Tocotronic. Das „kleine, psychedelische Meisterwerk“, wie es die mitgeschickte Pressemitteilung nennt, höre ich zwar nicht raus, aber mit dem folgenden Satz treffen sie es wohl auf den Punkt: „So stehen DIE STERNE in ihrer eigenen Wall-Of-Sound leicht schlunzig aber elegant wie einst Camper Van Beethoven auf der Bühne ihres Lebens.“ Was auch immer das heißen soll.

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Aber sehen wir uns das Album namens Flucht in die Flucht (Erscheinungsdatum: 29. 8. 2014) mal genauer an. Mit Wohin soll ich hin gehen beginnen sie sehr rasant, die Füße beginnen bereits mitzuwippen, bis sie mit Drei Akkorde überraschend melancholisch und außerordentlich großartig daherkommen. Bei Ihr wollt mich töten befinde ich mich gedanklich bereits in einer dunklen Spelunke, verraucht und längst über der Sperrstunde drüber. Menschenverachtendverliebt beginnt dafür wieder laut, ist aber dann fast so etwas wie eine Ballade. Weiter geht es mit den lockeren Innenstadt Illusionen und das tolle, namengebende Flucht in die Flucht. Vulgär wird es dann beim Hirnfick, und tocotronisch bei Mach mich vom Acker. Harter Gitarrensound und auch etwas Psychedelisches liefert Miese kleine Winterstadt, Der Bär verzichtet dann wiederum auf die soundbestimmenden Gitarren. Gesellschaftskritisch wird es mit Mein Sonnenschirm umspannt die Welt, bevor das sehr abwechslungsreiche Album mit dem grandiosen Wie groß ist der Schaden bei dir endet.

„Die Sterne sind zurück. Was für ein Glück!“ – So endet auch die Pressemitteilung. Und ja, dem kann man zustimmen. Ein spannendes, interessantes und sehr schönes Album.

Live kann man sie übrigens am 17. Oktober 2014 im PPC in Graz und am 18. Oktober 2014 auch im Linzer Posthof!

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29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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