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BUSH: Sprungbereit (mit Gewinnspiel!)

Manchmal liegen London und Los Angeles eben doch nur einen Herzschlag voneinander entfernt. Die amerikanischste aller englischen Bands legt einem mit ihrem neuen Album ein Werk vor die Füße, dass erst mal eines braucht: Zeit. Und Geduld. Bush lassen mit „Man On The Run“ die Grunge-Ära ein Stück weit im Hier und Jetzt wieder aufleben.

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Es sind untypische Harmonien, die der Opener „Just Like My Other Sins“ mit seiner Rhythmik für einen bereithält. Ein Einstieg, der nicht ganz so leicht gestaltet ist, wie man es von einem Bush-Album erwarten würde. Der Titeltrack läuft noch zäh und schleppend an, ehe es Schlag auf Schlag geht. Kilometerlange Sandstrände, surfen im Pazifik, Sonnenstrahlen en masse – die tolle Single „The Only Way Out“ beschwört diese Szenen unweigerlich mit seiner Eingängigkeit herauf und man fühlt sich sofort an ältere Großtaten wie „Swallowed“ erinnert. Auch „This House Is On Fire“ wird von der kalifornischen Sonne wachgeküsst und schimmert schmissig in strahlenden Gelbtönen.

Das dicht gestrickte „The Gift“ propagiert, niemals aufzugeben und gehört mit dem schwermütigen „Loneliness Is A Killer“ („Razorblade Suitcase“ lässt grüßen) zu Ohrwürmern mit alternativen Anstrich, die nicht im Radio laufen werden. Der Rest des Materials fällt dann deutlich ab.

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„Man On The Run“ ist eigentlich ein grundsolides Album geworden, mit dem alle Seiten zufrieden sein könnten, wenn sie die Vorurteile beiseite legen und dieser Platte eine Chance geben. Klar, es hätte so viel mehr sein können als es letztendlich geworden ist. Eine Platte, die um wichtige Leitthemen wie Hast, Zeitdruck und Rastlosigkeit kreist, könnte definitiv mehr inhaltlichen Zündstoff aushalten. Nick Raskulinecz (Alice In Chains, Deftones, Stone Sour) hat produziert, Jay Baumgardner ebenso (Papa Roach, Seether, Evanescence), das Studio von Dave Grohl wurde gebucht – was sich auf dem Papier spannend anhört, ist in der Praxis gerade mal ausreichend.

Es fehlt das Herausragende. Ein paar zwingendere Ideen hätten es schon mehr sein können. Hier werden die Ambitionen von Album zu Album anscheinend immer kleiner. Vielleicht muss man im Herzen einen Platz für Bush haben, um dieses Album nicht vollends beiseite zu legen. „Man On The Run“ stellt somit keine besondere Glanztat dar – aber eine große Enttäuschung sieht auch anders aus.

Gewinnspiel: Das Gewinnspiel ist beendet.

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