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SIMPLE MINDS: Ruhestand ade

SIMPLE MINDS: Ruhestand ade

Ist es ein schlechtes Omen, wenn der größte Hit einer Band den Namen „Don’t You (Forget About Me)“ trägt? Eine Frage, die sich die Simple Minds bestimmt schon das ein oder andere Mal selbst gestellt haben. Wenn melodische Gitarrenlicks auf 80er-Keyboards treffen, kann die Formation aus Glasgow nicht mehr weit sein. Ist der Schall und Rauch einmal beiseite geschoben, entblößt sich „Big Music“ jedoch schnell als lauer Aufguss nach altem Status Quo-Rezept. Alte Liebe rostet nicht – oder doch?

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Kann eine Band heutzutage noch Relevanz besitzen, die Millionen von Platten verkauft und in den größten Hallen der Welt gespielt, in den letzten Jahren aber zur allgemeinen Popkultur nichts Wesentliches beigetragen hat? Die wieder reformierten Simple Minds wollen es noch einmal wissen und wie das Cover zeigt: Die Band will ihre Botschaft weit in die Welt hinaustragen und sie möchte sich wieder in das Bewusstsein der breiten Masse befördern, doch bei all der Motivation bleibt unterm Strich vieles einfach nur mittelprächtig. Obwohl das Album auf den Namen „Big Music“ hört, hätte dem sechzehnten (!) Studioalbum mehr Fülle gut gestanden.

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Der pumpende Beat des Openers „Blindfolded“, die Synthies in „Midnight Walking“, die Discobeats in „Human“ – diese Platte wirkt wie eine Besinnung auf die alten Zeiten. Der Drang zu großem Pop ist vorhanden, die markanten Ideen und einprägsamen Melodien leider nicht. Mediokre Stücke, die unscheinbares Feeling versprühen. Positiv ist anzumerken, dass die Stimme von Sänger Jim Kerr weiterhin juvenil und jugendlich erklingt wie zu früheren Tagen.

„Big Music“ mutet wie ein nostalgischer Ausflug an und hat vermeintlich keine höheren Ziele, als ewig gestrige Erwartungen zu befriedigen. 1977, 2014 – am Ende einfach nur (Jahres)Zahlen, die für die Musik nicht sonderlich wichtig sind. Die Platte packt einen nicht, sondern lässt kühle Distanziertheit walten, obwohl das Material so sehr nach großer Arena schreit.Ein Dilemma. Wer sich mit handwerklich solider Kost in Dicke-Hose-Manier zufrieden gibt, darf gehörig zugreifen.

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