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Wie schafft es das Acoustic Lakeside, so schnell ausverkauft zu sein?

Wie schafft es das Acoustic Lakeside, so schnell ausverkauft zu sein?

Das Acoustic Lakeside Festival nimmt seit mittlerweile zehn Jahren einen ganz besonderen Platz in der österreichischen Festivallandschaft ein. Zum Jubiläum wurde kurzerhand genau das Gegenteil von dem getan, was man von anderen Festivals erwarten würde: Es wurden 500 Tickets gestrichen. Nach nunmehr zwei Tagen ist das Ticketkontingent komplett erschöpft, obwohl das Lineup noch lange nicht veröffentlicht wurde. Wie macht das Lakeside das nur?

1. We are Family

14589199667_efb426ee41_k Nicht ohne Grund wurden zum runden Geburtstag 500 Tickets gestrichen. Das Festival lebt von seinem familiären Flair. Am letzten Festivaltag kommt es einem als Gast oft so vor, als würde man mittlerweile jede und jeden auf diesem Festival kennen – und alle sind Freunde. Wohl keineR der BesucherInnen war auf Woodstock, noch haben sie viel vom Zeitalter der Hippies miterlebt. Dadurch können wir leider auch nicht beurteilen, wie die Stimmung damals wirklich war, doch das Lakeside kommt dem gefühlt schon ziemlich nahe.

2. Von wegen Festival. Urlaub!

Wer das Lakeside mit anderen Festivals vergleicht, weiß genau, was wir meinen. Keine unfreundlichen Securities, keine angepissten Becher, die durch die Gegend geworfen werden und ein Badesee direkt neben der Bühne. Da kann es auch schon mal passieren, dass beim fröhlichen Plantschen der Headliner des Abends vorbeischwimmt. Wer doch lieber schon am Nachmittag seine Zeit in der ersten Bühnenreihe verbringt, kann es sich auf Strohbünkeln bequem machen und diese dann drei Bands später wild durch die Gegend schmeißen. Das macht Spaß. Versprochen!

3. Jamsessions am Campingplatz

Wenn man um drei Uhr morgens angedöselt über den Campingplatz Richtung Toiletten torkelt, wird einem eines klar: Man befindet sich definitiv am Festival mit den meisten Gitarren am Campingplatz. Von der einen Richtung ein bisschen Tenacious D, von der anderen Radiohead und irgendwer spielt schon wieder Wonderwall… Dazusitzen und mitsingen ist quasi immer erwünscht und so kann es schon mal passieren, dass sich unter einem Pavillon drei Gitarren und fünfzehn Engelsstimmen versammeln. Wundervoll!

4. Das Rahmenprogramm

14589211237_aed4365729_kDas gibt es sonst nirgends: Beachsoccer mit Bands vs. Festivalbesucher vs. Veranstalter, einem Schiedsrichter, der dazwischen auch mal gerne aufs Klo geht und Spielern, die sich gerne ihrer Kleidung entledigen (an dieser Stelle herzliche Grüße an das Sittersdorfer Nudistencamp!). Mit einem Bier in der Hand eine wirklich gemütliche Einstimmung auf den Festivaltag. Ein Frühschoppen mit dem Gösselsdorfer Trio darf natürlich auch nicht fehlen und für die LyrikerInnen unter uns gibt es jedes Jahr eine feine Lesung.
Nachts lassen die Weekender-DJs im Partyzelt keinen Stein auf dem anderen. Wer geglaubt hat, Indie-Disco funktioniere sowieso nicht, außer vielleicht als „Betthupferl“, wird eines Besseren belehrt, wenn er oder sie um halb fünf Uhr morgens komplett kaputt aus dem Partyzelt torkelt.

5. Mampf.

Sorry, wer sich auf den Festivalklassiker Mini-Donuts gefreut hat, den müssen wir leider enttäuschen. Dafür gibt es Essen à la carte im Seerestaurant. Inklusive Schnitzerl, Spaghetti und Pommes. Wer nach Burger oder Pizza sucht wurd auch fündig und ganz, ganz wichtig: Keine unleistbaren Festivalbierpreise. Prost!

6. Das Lineup

14589184147_c71e95fcb1_kWie der Name des Acoustic Lakeside schon sagt, spielen alle Bands akustisch. Die einen mehr, die anderen weniger. Doch auch da ist das Festival ehrlich und schon im Programm steht, welche akustische Raffinesse auf das Publikum zukommen wird.
Wenn man das Line Up der letzten Jahre betrachtet, ist es kein Wunder, dass das Festival schon ausverkauft ist, ohne dass eine einzige Band veröffentlicht wurde. Das Booking-Team leistet immer Wahnsinnsarbeit und bringt die Crème de la crème der internationalen Musiklandschaft auf die Bühne. Wie sie das schaffen, bleibt oft ein Rätsel. Aber eines bleibt klar: Man kann ihnen blind vertrauen!

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AL_logo_original_webWer jetzt noch immer nicht vom Festival angetan ist, sollte trotzdem zumindest einmal hinfahren. Denn wir versprechen: Es wird nicht das letzte Mal sein. In diesem Sinne: subtext.at freut sich schon auf den Sommer und „Fall in Love with the Lakeside“!

 

Das Festival findet von 24. bis 25. Juli 2015 in Sittersdorf, Kärnten statt. Wer noch Tickets ergattern will, soll unbedingt die Facebookseite des Festivals im Auge behalten!

Fotos © Benedikt Reiter und Ella Kroberger, Acoustic Lakeside-Logo © Acoustic Lakeside

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Benedikt ist verantwortlich für die Organisation der junQ.at-Veranstaltungsreihe qlash.at und hält auch subtext.at technisch in Schuss. Er studiert derzeit an der Kunstuniversität Linz und gibt alles für ein paar Takte gute Musik.

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