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FM Belfast: Musik für hellere Tage

FM Belfast: Musik für hellere Tage

Islands Electro-Pop-Export Nummer eins, FM Belfast, ist zurück. Mit „Brighter Days“ hat die Reykjaviker Spaßtruppe eine Platte am Start, die vereiste Winterlandschaften relativ schnell vergessen macht.

Zu Beginn ein Rückblick persönlicher Natur: 2011, Seewiesenfest Kleinreifling, gefühlte fünf Grad, strömender Regen. Backstage sitzen ein paar Isländer bei Tee, in warme Decken eingehüllt. So verbringen sie den gesamten Abend, nur um gegen Mitternacht eines der Konzerte zu spielen, wo man auch Jahre danach noch stolz von sich behauptet, dabei gewesen zu sein. Ekstase, und der völlige konträre Punkt zur Introvertiertheit hinter der Bühne. Oder: wo live FM Belfast draufsteht, ist eine opulente Party drin, auch wenn die Vorzeichen noch so trist scheinen.

Wir schreiben noch das Jahr 2014. „Brighter Days“ ist der Nachfolger von „The Singles Club“, dem 2013 erschienenen Album. Bereits beim Opener, dem Titeltrack „Brighter Days“, wird klar, wohin die Reise führen wird. Bass, Synthie, das ganze zu einer extrem tanzbaren Mischung zusammengefasst. Kurzum – man bettelt förmlich darum, die Nummer live hören zu dürfen. Fast genauso wie „Everything“, das den Opener noch stärker in die Synthie-Richtung driften lässt. „Ears“ ist danach der wohl zwiegespaltenste Song, nicht jedermanns Sache, und man bekommt das Gefühl, dass der Song schon fast zu schräg ist. Natürlich in FM-Belfast-Einheiten gemessen. Im Gegensatz zu „Holiday“, wo der Name mehr als nur Programm ist. Würde man eine Definition von „Synthiepop“ googlen, man würde höchstwahrscheinlich direkt auf diesen Track stoßen!

„Non Believer“ driftet danach etwas ab, bevor das Album mit „Gold“, „Ariel“ und – passenderweise – „The End“ etwas ruhiger ausklingt. Braucht man wohl auch angesichts der ersten Hälfte. Insgesamt etwas schade, denn allein die ersten Tracks wären als EP wohl herausragend gewesen. Danach kann das Niveau nicht ganz gehalten werden – muss es aber auch nicht unbedingt, es ist auch so hoch genug. Und man freut sich auf den Frühling, wo FM Belfast vor allem live wieder eine der ganz großen Empfehlungen sein werden. Der ganz große Wurf ist die Platte aber nicht

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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