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Review: MORTAL STRIKE – „For the Loud and the Aggressive“

Review: MORTAL STRIKE – „For the Loud and the Aggressive“

MORTAL STRIKE haben es endlich vollbracht: die dänisch-deutsch-österreichische Thrash-Haubitze hat ihr erstes vollwertiges Album auf den Markt geschossen und sorgt für einen beeindruckenden Krater im Metaluntergrund.

Den grünen Panzer vom Bandlogo kennt in Wien jeder, der auch nur im Entferntesten mit Metal zu tun hat. Im Hauptquartier der fünf Jungs, dem Graffiti Hardrock Club, kommt man um die Thrash Metal-Allianz kaum herum. Saitenquetscher Chrir steht beinahe 24/7 hinter der Bar und versorgt den Untergrund mit Alkoholika aller Sorten und Herren Länder, der Rest der Band werkelt entweder hinter dem DJ-Pult oder brüllt von einem Eck ins andere. Durch diese massive Szenevernetzung erklärt sich auch relativ leicht die beeindruckende Anhängerschaft, die die fünf Jungs seit mittlerweile (+/-)sechs Jahren nach sich ziehen. Auf Konzerten, bei denen das neongrüne Logo auf dem Billing steht, ist auch im Publikum das markante Neongrün die dominante Farbe.

Den Ruf einer absoluten Livedominanz mussten sich Matthias (Voc), Chrir (Guit), Etzi (Guit), Max (Drums) und Dominique (Bass) auch „gezwungener Maßen“ erspielen, denn der physische Albenoutput der Jungs ist ja eher überschaubar. Ein kleines Demotape („Here Comes the Tank“), eine nicht ganz so kleine EP („Unleash the Hounds of War“) und das war’s auch schon. Bis jetzt!

Mit „For the Loud and the Aggressive“ veröffentlichen MORTAL STRIKE nun einen Silberling, den man eigentlich nur als Genickschuss durch eine Artilleriebrigade bezeichnen kann.

Die Formel ist bekannt und wurde auch für das erste Album nicht abgeändert: MORTAL STRIKE liefern „Old School“ Thrash Metal, der direkt aus den 80ern stammen könnte und bedienen sich – erfolgreich! – an Genrehelden wie TANKARD, SLAYER, KREATOR, DESTRUCTION, usw. Wer diese Besinnung auf das Grandiose und Vorhandene aber als „Mangel an Originalität“ oder „unkreativ“ abstempeln will, soll doch bitte wieder in sein Loch zurückkriechen. Denn die Headbangbarkeit des Albums ungeahnt hoch und die Songs gehen frisch und direkt ins Genick.

Zwar sind die Titel großteils noch die gleichen, die bereits auf „Here Comes the Tank“ und „Unleash the Hounds of War“ veröffentlicht wurden, jedoch kommen diese nun in alter Pracht und neuem Kampfanzug daher. Immerhin haben MORTAL STRIKE für diesen Silberling endlich anständige Produktionsgeschütze aufgefahren und wirken donnernder denn je.

MS

Die vollmundige, im Abgang ohrenzerfetzende Produktion gibt dem MORTAL STRIKE’schen Artilleriefeuerwerk endlich den nötigen Live-Wumms, den man sonst auf den Platten etwas vermissen musste. Druckvoll, hochqualitativ und satter denn je startet die Scheibe gleich mit dem namensgebenden Titeltrack und lässt den – Verzeihung – Blechdosensound der EP hinter sich. Frontschwein Matthias entfaltet seine gesamte stimmliche Überlegenheit und keift, knurrt und brüllt, als möchte er den Feind in die Flucht schreien. Schrill und dennoch kräftig wird in zehn Titeln (+ einem Bonustrack) über Krieg, Frieden und alles zwischen drin gebellt … naja, eigentlich nur über Krieg und Zombies. Die Gitarristen Chrir und Etzi liefern mit irren, präzisen Soli und fanatischen Riffs den passenden Biss in die Gehörgänge, während die Rhythmusfraktion Dominique und Max das nötige Vierkantholz in die Fresse darstellt.

Aber nicht nur „Alteisen“ ist hier enthalten, auch neue Songs dürfen nun durch die Stereoanlage der Wahl gedroschen werden: „MG 42“ macht seinem Namen alle Ehre und fährt mit unbarmherzigen Drumsalven auf, „The Tides of War Arise“ hingegen liefert ein Gitarrenintro feinster Güte, Knallerbasslines und Death-ähnlichen Growls im Refrain.

Abgerundet wird das Paket durch den TANKARD-Klassiker „Zombie Attack“. Dass MORTAL STRIKE einiges für die Genreurgroßväter übrig haben, merkte man spätestens bei ihrem gemeinsamen Gig im Oktober 2013. Mit diesem Cover wurde nun auch im Studio den Helden standesgemäß gehuldigt!

Physisch ist „For the Loud and the Aggressive“ solide produziert. Im Booklet gibts zum Glück alle Lyrics zu den Songs, die CD selbst besticht durch ein beißend grünes Finish und auch im Regal findet man den Silberling recht schnell, denn der JewelCase-Rücken sticht mit dem MORTAL STRIKE-typischen Grün schön zwischen allen anderen CDs heraus. Passt!

MORTAL STRIKE - "For the Loud and the Aggressive"

Fazit:

ENDLICH! EEEEEEENDLICH kann die österreichische Metallandschaft eine würdige Repräsentation vom MORTAL STRIKE’schem Welteroberungssound hochjubeln und damit bis zur Querschnittslähmung headbangen. Die Bühnenenergie der fünf Rampensäue wurde 1:1 auf einen Silberling gequetscht, die neuen Songs hauen rein und auch das TANKARD-Cover fetzt beinahe besser als das Original. Der Nachbar hört jetzt auch MORTAL STRIKE, ob er will oder nicht.

Klare Kaufempfehlung und lockere 5/5 Punkte!

5/5 Punkte

Erhältlich bei:

ftlta

MORTAL STRIKE
„For the Loud and the Aggressive“
Thrash Metal
(2014, self released)

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Markus liefert als Teil der Wiener Fraktion von Subtext Konzertfotos aller möglichen Genres. Egal ob Hip Hop oder Black Metal - Hauptsache die Musik geht unter die Haut und drückt in den Ohren.

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