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CHOKE ON ME, NO WEATHER TALKS & MODERN SAINTS: Klein, dreckig, laut / Venster 99

CHOKE ON ME, NO WEATHER TALKS & MODERN SAINTS: Klein, dreckig, laut / Venster 99

Mittwoch ist der perfekte Tag für Punk Rock. Genauso perfekt wie die anderen Tage mit einem „t“. Darum gab es in Wiens schönstem Siffbeisl, dem Venster 99 in den Stadtbahnbögen, gscheid was auf die Ohrwaschl. Mit CHOKE ON ME, MODERN SAINTS und NO WEATHER TALKS.

Veranstaltet wurde die Gegenoffensive zum stadtbahnbögen’schen Ubahnlärm vom kleinen, jedoch feinen Booker My Name Is Jonas und trug den leicht narzisstisch wirkenden Namen My Name Is Jonas V. Als „Einpersonenlabel“ bookt der Herr mit Brille und Haube ziemlich tolle Sachen, die allesamt „Punk“ als kleinsten gemeinsamen Nenner haben.

So also auch geschehen beim Labelgig Nummer V. Mit CHOKE ON ME stand gewissermaßen eine Szeneprominez auf der Bühne – immerhin ist Gitarrist Klaus der Chef DES Labels für Vinylliebhaber, Schall & Rauch Platten (Heimat des Glorreichen 7″ Clubs) und Gitarrist/Sänger Claus kennt man sonst so als Claus Kaputto/THE TRUSTY CHORDS.

Wobei „auf der Bühne“ diesmal schlicht falsch ist. Denn das Betonpodest unter der U6 wurde kurzerhand zum Merchstand umfunktioniert und die Auftritte zu Floor Shows – passt!

CHOKE ON ME selbst legten eine gewohnt starke Show hin, der man den vorangegangenen Winterschlaf von Dezember bis jetzt nicht anmerkte. Geboten wurde Punk Rock im weitesten Sinn mit Einschlägen von SOCIAL D. bis RAMONES. Fetzt auf Kassette(!), fetzt auf MP3-Player und fetzt so richtig schön live!

CHOKE ON ME @ Venster 99

Ebenfalls fetztig, wenn auch ein bissl „poppiger“ waren die Bielefelder MODERN SAINTS unterwegs. Das Dreiergespann teilt sich derzeit mit NO WEATHER TALKS den Tourbus und lieferten neben BLINK 182-esquen, jedoch verzerrt-kratzigem Punk auch gekonnte Robert DeNiro-Impressionen (Punkteabzug fürs fehlende Muttermal!) und eine ganze Latte riiiiichtig schlechter Witze, die dann irgendwie schon wieder gut waren.

MODERN SAINTS @ Venster 99

Richtig eng wurde es im Venster, als NO WEATHER TALKS die Instrumente zückten. Die fünf Musiker aus Hamburg knüppeln zu gleichen Teilen Pop Punk, puren Rock und eine fette Ladung Herz durch die Verstärker. Das Ganze wurde dann noch ein bissl mit Indie Rock und etwas –core abgerundet und eignet sich somit für so ziemlich jede Lebenslage außer Gottesdienste, Schweigeminuten und Arztbesuche bei denen man stillsitzen sollte. Wer die Scheiben übrigens haben will, hat grade Pech: die EP „Disintegrator“ und „More Passion, Less Paycheck“ schmückt derzeit das begehrte „Sold Out“-Schildchen. Verzichten muss man aber auf die Werke von NO WEATHER TALKS trotzdem nicht, denn die MP3s oder FLACs kann man sich ab 0 € von der Bandcamp-Seite runterziehen. Sollte man auch machen, denn die Jungs und das Mädl haben richtig was drauf!

Was nach dem Konzert bleibt: drei Bands und ein Veranstalter, die man als Fan von Herzblut-Punk Rock und DIY-Mentalität unbedingt auf dem Radar behalten und unterstützen sollte!

NO WEATHER TALKS @ Venster 99

 

Fotos: © Markus Wetzlmayr

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Markus liefert als Teil der Wiener Fraktion von Subtext Konzertfotos aller möglichen Genres. Egal ob Hip Hop oder Black Metal - Hauptsache die Musik geht unter die Haut und drückt in den Ohren.

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