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Southside Festival 2015: zum Abschluss bitte deutsch!

Southside Festival 2015: zum Abschluss bitte deutsch!

Der dritte und letzte Festivaltag am Southside Festival 2015 bot programmatisch drei Schienen: Punkrock im Zelt, aktuelle deutsche Electro- und HipHop-Artists auf der Blue Stage, und Abriss auf der Green Stage. Die Antwoord, Marteria, Millencolin und viele mehr waren dazu mehr als geeignete Aushängeschilder.

Bleiben wir doch zuerst mal bei „Punkrock im Zelt“. Da gaben sich ja wahrlich Legenden die Klinke in die Hand. Lagwagon, Millencolin, Suicidal Tendencies waren nur einige davon. Da wären zum Einen mal Strung Out, die leider bereits um 13 Uhr spielen mussten, dafür aber live noch immer mit das beste sind, was die Punk-Szene zu bieten hat. Da wären die Herren von „Every Time I Die“, die nicht nur durch ihren Beitrag auf dem EA-Sports-NHL-Ableger einigermaßen Bekannheit erlangten und sich auch nicht davon stoppen lassen, mal mit der Nase voran vor der Stage am Boden zu landen. Da wäre Lagwagon, die bandgewordene kalifornische Abrissbirne, denen das Alter wirklich nichts ausgemacht hat. Da wären Millencolin, die wahnsinnigen Schweden aus dem sonst eher beschaulichen Örebrö, die die Meute von einem Moshpit in den nächsten jagt. Da wären zum Abschluss Suicidal Tendencies, die die müde Crowd nochmal in Hochform brachte. Hach, was sage ich – man kann hier als Punk-Fan nur ins Schwärmen kommen! Ein Festivaltag, den man nur bei dieser Stage verbringen konnte.

Wären da nicht noch die anderen Stages gewesen. Mal zur Mainstage. Danko Jones bewiesen einmal mehr, dass auch am Nachmittag richtig Gas gegeben werden kann. Der Dreier aus Toronto ist live immer noch eine Wucht – umso unverständlicher, dass da nicht mehr Leute vor der Bühne waren. Genauso wie bei „The Tallest Man on Earth“, der Singer/Songwritertechnisch zum Besten zählte, was dieses Festival zu bieten hatte. Dafür wurde es bei George Ezra voller – kein Wunder, war das Gekreische der zu 80% weiblichen Zuschauer unüberhörbar laut. George lieferte eine dazu perfekt passende Show ab – was aber keineswegs als Kritik gesehen werden sollte, denn stimmlich ist der gute Herr ein absoluter Wahnsinn!
All das war aber nur Vorgeplänkel für die Ekstase, die folgen sollte. Spätestens als die ersten Takte von „Fatty Boom Boom“ erklangen, gab es kein Halten mehr. Die Antwoord betraten die Bühne – passend zu einem Festival in Pokemon-Kostümen. Und das südafrikanische Trio Yolandi Visser, Ninja und DJ Hi-Tech legte eine Show hin, die man nur mit „unglaublich“ bezeichnen kann. „I Fink U Freeky“, „Baby’s on Fire“, „Ugly Boy“ – die Liste wäre zu lange, um die Ekstase auf einzelne Tracks zu reduzieren. Stagedives von Ninja fehlten ebensowenig wie Kostümwechsel – die wohl beste Live-Performance des Festivals. Und die Zugabe „Enter the Ninja“ stimmte die Besucher noch zufriedener, als sie es ohnehin schon waren!

Farin Urlaub spielte danach auf dieser Stage. Eh nett. Ja. Bei „Zehn“ hüpfen auch alle brav herum, und das Konzert darf man gerne als solide verbuchen – wer mir aber mitteilen kann, was diesen Künstler (nicht seine Vergangenheit!) so besonders macht, möge es bitte tun. Nichts unbedingt Spezielles – ganz im Gegenteil zum letzten Artist des Festivals, Marteria. Der zelebrierte nämlich seinen Slot und brachte die Crowd nochmals auf ein höheres Level (sic!). Ein Entertainer, wie er im Buche steht, der das Festival würdig abschloss.

Ups, fast hätte ich ja noch die Blue Stage vergessen. Die stand im Zeichen von aktuell angesagtem Deutsch-Rap. Highlights dort: Alligatoah, der als Zenturio die Legion vor der Bühne unterhielt. Bekannt ironische Texte, bekannt livetauglich, bekannt gut. Und der Special Guest, K.I.Z., der die Genossen in martialischen Kostümen zur Audienz geladen hatte. Live ebenso der Hammer. Cro, der beweist, dass er auch neben „Easy“ einer der besten Liveacts ist. Und zu guter Letzt Jan Delay, der eine solide Show bot. „Feuer“, „Johnny“ und „Klar“ sind Evergreens geworden – auch wenn ich noch immer der Meinung bin, dass der gute Herr am besten war, bevor er den Hip Hop verlassen hatte.

Danke Southside für ein intensives Wochenende 2015 – see ya next year!

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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