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Servus, griaß di: Folkshilfe, „mit F“!

Servus, griaß di: Folkshilfe, „mit F“!

Ging man nach der Kleidung einiger BesucherInnen, hätten am Samstagabend im Posthof Linz die Wildecker Herzbuben oder dergleichen aufspielen müssen. Aber der Schein trügt. Blechsalat und Folkshilfe gaben sich ein Stelldichein und. soviel schon vorweg – mit verstaubten Traditionen hatte die Release Show des Albums „Mit F“ sicher nichts am Hut. 

Nicht nur die Tatsache, dass Blechsalat und Folkshilfe aus dem selben Bundesland kommen, verbindet die beiden Bands miteinander. Beide wurden durch ihre unzähligen Auftritte als Straßenmusikanten, unter anderem auch auf der Linzer Landstraße, bekannt. Die vier Jungs haben sich dem Brass verschrieben – da wird wild durch den Gemüsegarten gecovert und neu interpretiert. Von „I kissed a girl“ bis zu „Maschin“ war alles vertreten. Dem dramatischen Beginn gestern Abend folgte eine gut durchdachte und grandiose Show. Weiter so!

Auch Folkshilfe ließen sich in puncto Intro nichts nehmen und begannen mit vollem Elan, der sich durch die gesamte Show zog. Und so startet auch das erste „richtige“ Lied, „Ohne Musik“. Das Publikum bewies auch schon beim ersten Song Textsicherheit bis in den hinteren Winkel des fast ausverkauften großen Posthofsaales.  Unterstützung bekamen die drei Burschen von den Mädls von Bye Maxene – ebenfalls (wie könnte es anders sein) Straßenmusikerinnen.

Man musste auch nicht lange warten bis zu DEM bekanntesten Lied – „Seit a poa Tog“. Dass hier die Post abging, braucht man nicht extra erwähnen. Aber zwischen lauthals Mitsingen und Abshaken bis zum Geht-Nicht-Mehr gab es auch ruhigere Passagen. Hier wurde klar gestellt, dass es sich bei Folkshilfe nicht um eine 0815-Zelfestband mit einem Akkordeon handelt. Klar wurde das Statement „Flüchtlinge Willkommen“ gesetzt und mithilfe vom „Blonden Engel“ beim Lied „Wir worn des ned“ noch einmal ausdrücklich unterstrichen. Natürlich durften Songs wie „Who you are“ und „Schene Lady“ nicht fehlen um das Set zu komplimentieren.

Schnell kamen die Jungs auch schon zum letzten Song, aber ein Folkshilfe Konzert ohne Zugabe ist kein richtiges Konzert. Mit einem wundschönen Dreiklang ging es in die allerletzte Runde mit „Loss da helfn“. Da kann man dann die Tatsache schnell verzeihen, dass die zwei weiteren Zugaben schon im regulären Set enthalten waren, wie „Karl und Resi“ und „Seit a poa Tog“. Wobei hier noch zu erwähnen ist, dass „Seit a poa Tog“ zum Schluss unplugged gespielt wurde – ein wunderschöner Abschluss.

Mit Charme und Schmäh leitet Sänger und Akkordeonspieler Flo durch den Abend. Schnell wurde einem klar-  für die drei Jungs war es etwas sehr Besonderes im Großen Saal vor so vielen Menschen zu Spielen und gemeinsam Spaß zu haben. Die drei Burschen sind sich treu geblieben und wirken selbst nach einem ESC-Vorausscheindungsmarathon noch authentisch – stay who you are!

Fotos: Christoph Thorwartl 

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