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Ahoi! Pop 2015 – außergewöhnliche Mischung zur Halbzeit!

Ahoi! Pop 2015 – außergewöhnliche Mischung zur Halbzeit!

Donnerstag war Tag 3 des Ahoi! Pop und somit Halbzeit des kleinen Musikfestivals im Linzer Hafen. Einen gelungenen Stilbruch schafften die Veranstalter an diesem Abend. Beteiligt an der gewagten Mischung waren Get Well Soon, José González und Gramatik.

Mit einer „Akademikerverspätung“ von etwa einer Viertelstunde betraten die heiß ersehnten Get Well Soon die Bühne im Linzer Posthof. Für alle, die sich wenig bis nichts unter diesem Namen vorstellen können: Get Well Soon nennt sich das Musikprojekt des deutschen Musikers Konstantin Gropper und lässt sich laut der Beschreibung auf Facebook als „Indie, Folk, Something…“ kategorisieren. Seit mittlerweile über einem Jahrzehnt gelingt es Get Well Soon international zu begeistern. Dies funktionierte auch wieder diesen Abend perfekt. Nicht nur musikalisch sorgten sie für Unterhaltung, sondern auch die Kommunikationsversuche mit dem Publikum entlockten den Zuhörern immer wieder ein Lachen. So wurde Linz beispielsweise mit Mannheim, der Heimatstadt von Konstantin, verglichen, was in Deutschland nicht unbedingt ein Kompliment ist. Jedoch fügte er hinzu, dass er sich dafür wie zuhause fühle. Natürlich durfte auf ihrer laut-leise-Achterbahn auch das Cover des Kuschelrock-Klassikers „Careless Whisper“ nicht fehlen. Somit blieben keine Wünsche mehr offen.

Als zweiter Act an diesem Abend war José González, der Schwede mit den argentinischen Wurzeln, an der Reihe. Diesen in Linz begrüßen zu dürfen, kann man wahrlich als Wunder bezeichnen. Dementsprechend aufmerksam verhielt sich auch das Publikum. Zeitweise war es sogar so leise, dass man das Gefühl hatte, man könne eine Stecknadel fallen hören. So still und aufmerksam erlebt man die Konzertbesucher selten, deshalb ist das auf jeden Fall als Kompliment zu deuten. Mit angenehmen Gitarrentönen konnten er und seine Band eine Wohlfühl-Atmosphäre im großen Saal zaubern, welche man als Besucher so schnell nicht wieder vergessen wird.

Nun der eigentliche Stilbruch – Gramatik. Dabei handelt es sich nicht um eine systematische Sprachbeschreibung, sondern um einen  DJ und Musikproduzenten. Als dieser zu spielen, oder besser gesagt, aufzulegen begann, fühlte man sich anfangs wie auf der zu früh gestarteten After-Party kurz vor der Sperrstunde. Jedoch konnten die Visuals und die dröhnenden Lautsprecher die Besucher sofort mitreißen und zum Shaken animieren. Meiner Meinung nach, wäre es besser gewesen, diesen Act als krönenden Abschluss am Samstagabend zu sehen, ohne am nächsten Tag bald aufstehen zu müssen, da anscheinend viele Leute für diese Art von Musik über einen gewissen Alkoholpegel verfügen müssen. Jedoch war es auch ein guter Abschluss für die Halbzeit, welche somit leider schon wieder vorüber war.

Foto: Christoph Thorwartl

 

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mediendesignerin // leidenschaftliche hobbyfotografin // konzerte&festivals // vinylliebhaberin // serienjunkie

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