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Imagine Dragons: Forever Young!

Imagine Dragons: Forever Young!

In Linz wurde am vergangenen Montag das Konzert der Imagine Dragons abgesagt – macht aber nix, fährt man halt ein paar Kilometer östlich, nach Wien. Dan Reynolds und Co waren dort nämlich im Gasometer zu Gast – und wussten im Rahmen der letzten Tourphase der aktuellen „Smoke + Mirrors“-Rundreise mehr als zu überzeugen.

Support an diesem Abend kam von den Sunset Sons. Die Alternative-Band mit Verbindungen quer durch die ganze Welt – UK, Australien, Frankreich – startete pünktlich um 20 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt musste man noch Angst haben – war der Saal im Gasometer doch noch nicht annähernd so gut gefüllt, wie man das vorher erwartet hatte. Allerdings wurde man schnell beruhigt – nach und nach füllte sich der Saal. Zur Performance selbst kann man sagen: spannend – auch wenn vor allem zu Beginn der Sound etwas blechern klang. Wurde aber im Verlauf der Show besser. Die Sunset Sons stehen heuer endlich mit dem ersten, nach vier EPs dann doch langersehnten, Debutalbum an. „Very Rarely Say Die“ wird das heißen, und man darf sich freuen. Songs wie „Blondie“ und „Come Easy“ haben außerdem durchaus das Potenzial, auf diversen Festival-Campingplätzen auf Dauuerrotation zu laufen.

Was Imagine Dragons danach nach halbstündiger Umbaupause boten, war mit einem Wort: wow. Eine Bühnenshow, die alle Stückerln spielte (mit der dazugehörigen Kaffeemaschine für die Techniker am FOH, die während des Sets geschätze 60 Kaffeebecher kippten), ein Dan Reynolds, der ganz genau weiß, was er tut, und eine Fanbase, die ihm genau dafür dankt.  Ideale Vorraussetzungen also – und bereits nach den ersten Takten von „Shot“ liegen ihm die (kreischenden) Fans zu Füßen. nach „Trouble“ und „It’s Time“, das minutenlang, und auch im Publikum, zelebriert wurde, folgte dann etwas zum Schmunzeln: „Forever Young“ wurde angestimmt. Das gehört auf der Smoke + Mirrors – Tour zwar zum Standardrepertoire, ist aber eigentlich ein Cover. Von Alphaville nämlich. Alphaville? Who? Ok, es sei verziehen – 95% der Konzertbesucher waren wahrscheinlich noch gar nicht mal geboren geschweige denn geplant, als sich 1983 im beschaulichen Münster in Deutschland die Band gründete, die im Jahr darauf mit „Big in Japan“ und eben dem hier zur Hymne einer Generation hochstilisierten „Forever Young“ Schlagzeilen machten. Dan Reynolds schafft es aber, diese Nummer komplett für sich zu vereinnahmen. Weitere Highlights im Set: „I’m so sorry“, „Gold“, eine rieseingroße Österreich-Flagge mit „Thank you for everything“-Aussage und, zum regulären Abschluss, klarerweise „Radioactive“.

Imagine Dragons wird ja oft vorgeworfen, zu „radiotauglich“ zu sein – auch Elke Lichtenegger kann ein Lied davon singen, als sie sie 2015 nicht als eine „irgendeine österreichische Band“ bezeichnete und damit einen nationalen Shitstorm auslöste. Eines kann man ihnen jedoch nicht vorwerfen: dass man bei einem Konzert nicht auf seine Kosten kommt. Das tut man nämlich auf alle Fälle – und kann so schon Mitte Jänner von einem _der_ Konzerte des Jahres sprechen!

Foto: Mariam Osman / mopix

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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