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LÅPSLEY: Bewegungen zum Sanften

LÅPSLEY: Bewegungen zum Sanften

Seit geraumer Zeit geistern ihre fragilen Songs durch die Indiewelt und die britische Fachpresse zeigt sich schon vorab von ihnen begeistert. Nach zwei EPs veröffentlicht Holly Lapsley Fletcher alias Låpsley nun ihr Debütalbum. Musik, die sanft den Horizont aufreißt. Songs, die das Leben entschleunigen und Bewegungen zum Sanften.

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Låpsley hat mit ihren 19 Jahren bereits wohl gewählte Worte für einen parat. „So if you’re gonna hurt me, why don’t you hurt me a little bit more?“, singt sie in masochistischer Manier. Drauftreten, wenn der eine schon am Boden liegt. Melancholie und Herzschmerz als Status Quo. Die Britin verführt den Hörer zu Augenblicken, in denen man – egal, was man gerade macht – einfach ruhig da steht und dem zuhört, was da gerade passiert.

Immer etwas unscheinbar und verhaltend optimistisch tönt die Musik dieser Newcomerin aus Southport aus den Lautsprechern. Der fein ausgearbeitete, federnde, sachte pulsierende aber niemals polternde Pop von Låpsley betört das Gemüt. Die eigenwilligen Kompositionen werden durch Einschübe von Subbässen, Clicks, Geplucker, Vocoder oder viel Hall aufgemotzt. Man hat das Gefühl, als würde Klassik auf Zeitgenössisches aufeinandertreffen – ein behutsames Treffen wohlgemerkt.

Vieles bleibt unter der Oberfläche, die zeitweilig zu bersten droht. Es wird variiert, probiert, komponiert und produziert, alles in Eigenregie und das sehr treffsicher. Zunehmend weg vom Licht in die Dunkelheit, macht es sich diese eigenständige Melange aus akzentuierter Rhythmik, weiten schwebende Flächen und dezent eingestreuten Pop-Momenten gemütlich. Tiefe und Facettenreichtum erschließen sich dann nach und nach. Songs wie „Station“, „Painter“ oder „Falling Short“ offenbaren Melodien, die einem irgendwann in den Sinn kommen und nicht mehr verschwinden.

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Wenn der Frühling endlich wieder ans Fenster klopft, kann man sich hervorragend von sachte mitreißenden Liedern wie „Operator (He Doesn’t Call Me)“, „Cliff“ oder „Heartless“ wachküssen lassen. „Long Way Home“, eine postmoderne Ausgabe einer klassischen Singer/Songwriter-Platte.

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