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Brian Fallon & The Crowes: bitte mehr davon!

Brian Fallon & The Crowes: bitte mehr davon!

Brian Fallon, den meisten Fans bekannt als Frontmann der amerikanischen Alternative-Rocker „The Gaslight Anthem“, wandert seit Kurzem auch auf Solopfaden. Gemeinsam mit seiner Begleitband, „The Crowes“, legte er am vergangenen Sonntag auch in der Arena Wien einen Stopp im Rahmen der „Painkillers“-Tour ein. Ein solider, guter Gig!

Die beiden Supportslots an diesem Abend waren vom internationalen Toursupport Brian Fallons besetzt. Der erste kommt aus New Jersey, hört auf den Namen Jared Hart, und ist auch als Gitarrist bei den „Crowes“ tätig. Zu Beginn des Abends bot der junge Mann solide Songwriting-Kunst mit einer angenehm härteren Stimme, als man es gewohnt ist. Klar kann man in einem Halbstunden-Slot keine dramaturgischen Bäume ausreißen, mit netten Anekdoten aus seiner Casino-Liebhaberei schaffte er es aber, sympathisch rüberzukommen. Man hat schon schlechtere Opener gesehen!

Auch der zweite Supportact stammte aus den USA. „Good Old War“, aus Philadelphia. Das Duo Keith Goodwin und Dan Schwartz bietet gekonnten Folk-Pop – und Einflüsse von Simon & Garfunkel können die beiden keinesfalls leugnen. Ein routiniertes Set, das leider manchmal durch die doch vorhandene Lautstärke im Publikum etwas arg in Mitleidenschaft gezogen wurde – das schienen auch die Artists so zu sehen, die mit Fortdauer des Sets mit Zwischenansagen immer sparsamer wurden. Schade – musikalisch haben sie es auf jeden Fall drauf!

Als dann um halb zehn Brian Fallon samt „The Crowes“ die Bühne betritt, war klar, dass hier wirklich der Großteil der Konzertbesucher nur wegen des Hauptacts da war. Was zwar für die musikalisch guten Supports schade ist, angesichts dessen, was Brian Fallon dann auf der Bühne bot, wiederum allzu verständlich ist. Spätestens als die ersten Takte von „Nobody Wins“ vom aktuellen „Painkillers“-Album erklingen, ist die große Halle der Arena Wien gut gefüllt und das Publikum Feuer und Flamme für den Gaslight-Anthem-Frontmann. Gemeinsam mit Ian Perkins ist Fallon auch Mitglied der „Horrible Crowes“ – neben Songs aus „Painkillers“ wird hier klarerweise ein Hauptaugenmerk auf der Setlist gelegt. Egal ob „Sugar“, „Black Betty and the Moon“ am Anfang des Sets, oder „Mary Ann“ und „Crush“ am Ende – Brian Fallon macht kein Geheimnis aus seiner musikalischen Vergangenheit, und es. Gut so! Dass außer „The Navesink Banks“ kein Gaslight-Anthem-Cover gespielt wurde, war ebenso erfrischend. Auch ein „Teenage Dream“-Cover (ja, genau, der Song!), verzeiht man ihm dann auch, grade wenn es so gut performt wird wie von Fallon. Überhaupt gab er sich auf der Bühne überraschend gut gelaunt für diesen späten Zeitpunkt auf der Tour – es scheint, als wäre das Projekt eine Herzensangelegenheit Fallons. Als mit „Behold the Hurricane“ das Spektakel dann beendet wird, freut man sich auf den noch lange andauernden musikalischen Sturm, der hoffentlich noch Einiges an Output bringt!

Foto: Christoph Thorwartl

 

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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