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„Cut away, cut away!“ – AT THE DRIVE-IN live @ Arena Wien

„Cut away, cut away!“ – AT THE DRIVE-IN live @ Arena Wien

Wenn sich die Wiener Arena innerhalb kürzester Zeit in einen tosenden Hexenkessel verwandelt, kann es nicht an irgendeiner Band liegen. 16 lange Jahre nach dem wegweisenden Album „Relationship Of Command“ sind At The Drive-In zurück in alter Formation, um Musik zu spielen wie niemand sonst. Die Abrissbirne aus El Paso, Texas jenseits modischer Posen ist wieder da. Und was soll ich sagen, die Schwergewichte des Post-Hardcore unterhalten immer noch bestens.

Mit Zeilen wie „Send transmission from the one armed scissor, cut away, cut away“, sangen sich At The Drive-In um die Jahrtausendwende ins kollektive Indie-Bewusstsein. 16 Jahre später steht die Band (minus Jim Ward) erneut zusammen auf der Bühne und rockt mühelos drauf los, als wäre nichts gewesen – kein Split, keine Schmutzwäsche, kein Sparta und kein The Mars Volta, Bosnian Rainbows oder Antemasque.

Davor begeistert und irritiert gleichermaßen Teri Bender Gender das Publikum mit irrwitzigen Posen und Verrenkungen, währenddessen ihre Le Butcherettes Punk-Rock mit Riot Grrrl-Appeal spielen, der gut und gern entweder an Hole oder an die früheren White Stripes erinnert.

Danach folgen ATD-I mit Hals über Kopf-Arrangements und halsbrecherischen Tempi. „Arcarsenal“ bringt wie auf CD die Stimmung in Wallung. Trommelwirbel, eine sich aufbauende Energie, Ausbruch. Cedric Bixler-Zavala mimt den starken, sich inszenierenden, selbstbewussten Sänger, der stets zu akrobatischen Luftsprüngen aufgelegt ist und auf der Bühne herumwirbelt wie ein menschlicher Tornado. Hüpfen, rennen, fauchen. Bixler springt das Publikum wie ein wildes Tier an und krallt sich dann mit Widerhaken bei den Leuten fest, die Songs wie „Pattern Against User“ und „Sleepwalk Capsules“ lauthals mitsingen. Omar Rodríguez-López gniedelt und entlockt in jeglichen Wirrungen und Windungen seiner Gitarre die Melodien und die Rhythmussektion um Schlagzeuger Tony Hajjar, Bassist Paul Hinojos und Gitarrist Keeley Davis leistet ihr Übriges. Das introspektive „Invalid Litter Dept.“ lässt einen kurz durchschnaufen, bevor erneut Adrenalin in den Kreislauf gelangt. Beim Schlussakt „One Armed Scissor“ brechen alle Dämme.

Mitreißend, bewegend, sehr laut – es war zu erwarten, dass ein Abend mit den wiedervereinigten At The Drive-In elektrisierend ausfallen würde. This station is non-operational? Mitnichten. Neue Musik ist laut Angaben der Band unterwegs und es bleibt spannend, ob die Formation es schaffen wird, die Gegenwart mit der Vergangenheit so zu vermischen, dass sie zukunftsfähig bleiben wird.

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