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Texta: Nichts dagegen, aber!

Texta: Nichts dagegen, aber!

Seit einiger Zeit streiten sich Fans, Experten und alle die vorgeben Gurus der Hip-Hop-Szene zu sein, ob Deutschrap nun tot wäre oder nicht. Oft scheint es, als müsste man die Mutter anderer permanent als Hure bezeichnen, um Erfolg in dieser Szene zu erhaschen. Doch vielleicht kommt die Rettung des fabelhaften Sprechgesangs aus unseren eigenen Reihen.

Zum Glück kann man die Jungs der österreichischen Gruppe Texta, als Defibrillator für den schwachwerdenden Herz des Hip-Hops bezeichnen. Am 15.04.2016 erschien nämlich das Album „Nichts dagegen,aber“ der Linzer Hip-Hopper und das bunte Bouquet an fabelhaften Tracks, bringt jedes Herz zum höher schlagen. Egal welcher „Coast“ man sich nun angehörig fühlt.

Allgemein wird jedes einzelne Lied von einem äußerst angenehmen, jedoch prägnanten Beat begleitet. Daher bekommen die meisten Songs eine leichte Ohrwurmnote, die aber keineswegs an nervige Popsongs erinnern. Eher verbindet man die musikalische Untermalung mit dem guten, alten Rap der Neunziger. Sanft und trotzdem kraftvoll. Gerade in Zeiten der zu häufig verwendeten Elektrobeats, ist der reduzierte elektronisch wirkende Sound ein guter Ausgleich. Ein leichtes Kopfnicken kann daher kaum vermieden werden.

Schon nach dem ersten Song „Ois Ok Mama“ wird dem Zuhörer klar – deutschsprachiger Rap lebt und ist so prickelnd wie Spritzwein. Wie von Texta erwartet, besitzen die Texte eine leicht sarkastische und trotzdem tiefsinnige Note, die zum Denken anregt. Oft muss man zweimal hinhören um den eigentlichen Sinn für sich auszumachen. Dabei lassen die Musiker ihren Fans trotzdem noch Freiraum, um eigene Interpretationen zu stellen. Gerade solche Gedankenfreiheit, lädt ein um sich genauer mit dem aktuellen Album zu beschäftigen.

Fast wie in einem Buch modellieren die Künstler ihre Lyrik durch musikalische Elemente und gezielter Aussprache. Man könnte behaupten, Texta schnappten sich einen audiblen Leuchtmarker und unterstrichen alle wichtigen Passagen ihrer Lieder. Auch mit der oft verpönten Mundart wird geschickt gespielt, sodass diese melodisch klingt und weniger an eine wütende Person mit vollem Mund erinnert.

Alle die sich von regionalen Musikern überraschen lassen wollen, kann man „Nichts dagegen, aber“ wärmstens empfehlen. Das Album ist im Gegenzug zu den meisten aktuellen, musikalischen Kunstwerken wirklich erfrischend und beinhaltet einen großen Unterhaltungswert. Ob bei der nächsten Hausparty oder einfach nur gemütlich im Auto, das weite Spektrum der Songs passt sich an viele Situationen an. Darauf gibt es nur ein klassisches „Hip-Hop-Hooray“!

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Fotografin.Mediendesignerin.Wirrer Kopf.

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