Dass Island einen überdurchschnittlichen Output an unglaublich guten Musikern liefert, ist hinlänglich bekannt. Sigur Ros, Björk, Olafur Arnalds und viele mehr zeugen davon. Eine Combo verschlägt es aktuell auch auf den europäischen Kontinent: Árstíðir. Am vergangenen Mittwoch hatten wir die einmalige Gelegenheit, im Freistädter Salzhof dem Quintett aus Reykjavik zu lauschen. Fazit: bitte schaut euch das an, großartiger wirds wohl so schnell nicht mehr werden!

Mittwochabend, nächster Tag Feiertag, volle Hütte: gut 200 Leute werden es schon gewesen sein, die im – wie sich herausstellen sollte mehr als stimmigen – Ambiente des Salzhofes Freistadt einen Konzertabend erleben sollten, den sie allesamt so schnell nicht vergessen werden. Árstíðir haben sich auf Europatour im Rahmen des ersten Österreich-Stops nach Freistadt verirrt. Besonders sympathisch gleich zu Beginn: es wird vom Tourmanager gebeten, doch endlich mal die Handys eingesteckt zu lassen. Anno 2016 alles andere als eine Selbstverständlichkeit – und doch so wohltuend. Als dann das Reykjaviker Quintett die Bühne betritt, kommt man vom ersten Song weg nicht mehr aus dem Staunen heraus. Arrangements, wie man sie nur von den ganz Großen Islands kennt. „Hvel“ heißt das aktuelle Album, gekonnt wird zwischen Englisch und Muttersprache geswitcht. Egal ob Songs wie „Cannon“, Shine“, oder Songs von „Svefns og vöku sil“, dem Alben-Vorgänger, allesamt werden sie auf höchstem musikalischen Niveau performt. Auch die Vocals, die vom gesamten Ensemble performt werden, und wo jeder Ton sitzt, lassen staundende Gesichter zurück. Auch bei A-Capella-Versionen. Man kommt bei Árstíðir ins Träumen, man verliert sich in den Songs – zwei Stunden Unterhaltung, die jede Sekunde zu einem einzigen Genuss machen. Folk-Pop, wo jede Indie-Kapelle neidisch wird.  Konzert des Jahres? Bislang ja – und es wird verdammt schwer werden, diese musikalische Urgewalt noch zu toppen!

Foto: Christoph Thorwartl

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