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Weil es war Pfingsten, unser Lieblingsfest…

Weil es war Pfingsten, unser Lieblingsfest…

Mit diesem Satz der Lokalmatadoren von Wham Bam Bodyslam, dei Christoph & Lollo coverten, könnte man auch heuer wieder das Pfingstspektakel in Attnang-Puchheim beschreiben. Ein breites musikalisches Programm, Regen, sowie ein wiederum gelungenes Finkstonball-Baseballturnier der Attnang Athletics luden geradezu ein, die Seele etwas baumeln (oder halt auch nicht) zu lassen.

Freitagnachmittag, Regen in Strömen – ab nach Attnang. Denn das Pfingstspektakel, das heuer am Spitzberg zum zwanzigsten Male über die Bühne ging, hat glücklicherweise einen großen Vorteil: es war Indoor. Was auch zufolge hatte, dass der Opening Act, der eigentlich Outdoor spielen sollte, zu eher sehr früher Stunde in die Halle verlegt wurde. Kinga Dula hieß die gute Dame, die mit dem Lokalbonus das Festival eröffnete. Gute Stimme, halt leider noch arg wenig Leute vor der Bühne.

Dann das erste Highlight, weshalb man eigentlich schon wieder anreisen musste. Die Zombies waren Back in Town. Dass in der Gegend zwischen Attnang und Vöcklabruck die Zahl der Psycobilly-Fans eine große ist, ist ja bekannt. Auch am Freitag, wo die Bloodsucking Zombies from Outer Space aus den Attnanger Gräbern auferstanden. Bereits als die ersten Takte von „Giant Spider“ ertönen, gibts kein Halten mehr. Es folgt: ein leider ob des Slots etwas kurzes Potpourri aus der Zombies-Discography. Von neuen Nummern wie „Vienna Calling“ (man verzeiht es übrigens auch nur den Herren Zombies, Falco zu covern!) und das – grandiose – „Der Kopf deiner Mutter“ bis zu Klassikern wie „Moonlight Sonata“ und „Monster Mutant Boogie“ war alles dabei. Genauso wie das „Posion“-Encore. Danke, Spaß hats gemacht, auch ohne „Mörder Blues“ am Ende!

Danach: Stilwechsel. Man trinkt Bier. Klar, wenn doch Turbobier am Start stehen. Deren Show bietet bekannte Elemente. Bier, Pyro, Bier, Pyro, Bier, Stagedive, „Atemlos“ bzw. „Arbeitslos“ am Schluss, nachdem man am Fußballplatz, ja richtig, Bier bekommen hat. Macht live Spaß, polarisiert wie eh und je – mehr als 2 mal darf man die Show allerdings nicht sehen.

Zum Schluss: Itchy Poopzkid. Deutschland calling. Eine routinierte Show der Jungs aus der weltbekannten Metropole Eislingen – Punkrock, Crowdausflüge, keine Experimente. Auch wenn ich das Run-D.M.C.-Cover „It’s Tricky“ nicht ausstehen kann, „Never Say Die“, „Tonight“, „Dancing in the Sun“ und Co. liefern dann doch einen gelungenen Abschluss des Abends.

Habe ich gerade „Abschluss des Abends“ geschrieben? Ja, habe ich. Wie viele andere wurde nämlich auch ich überrascht, als nach Itchy Poopzkid und einer Dreiviertelstunde Umbaupause noch eine Band auf die Bühne trat. „Toothpix“ hieß die, Local Heroes quasi. Stand nur weder auf Festivallineup noch Timetable. Schade – darum haben die Jungs dann eigentlich nur noch den „Rausspieler“ machen können.

Fotos: © Christoph Thorwartl / © Markus Wetzlmayr

 

Samstag, Tag 2. Regen – what else. Trotzdem gab es am Baseball-Ballpark der Attnang Athletics im traditionellen Finkstonball-Turnier einige Spiele. Und, vor allem: richtig gutes Essen. Von uns an dieser Stelle ein großes Lob an den „Wombolino“-Burger – auch wenn man danach eher keine Blutfettwerte bestimmen sollte. Auch das billige Bier tat sein übriges dazu, um den tristen Himmel zu vergessen. Oder: um sich auf Abend Nummer 2 vorzubereiten. Denn am Pfingstspektakel stand musikalischer Stilbruch an. Mike Candys, 2:tages:bart, und: Money Boy. Tja. Was schreiben wir dazu? Als 2:tages:bart die Bühne betreten, ist der Saal noch etwas leer. Als sie die Bühne fast schon verlassen, füllt sich der Saal immer mehr. Die Leute strömen hinein, und scheinen eine gute Zeit zu haben. Angesichts des letzten Abends ist der Stilbruch aber doch ein großer. Und er wird auch nicht kleiner, als Money Boy mit etwas Verspätung die Bühne betritt. Der Bereich vor der Bühne rappelvoll, haben die Zuseher richtig Spaß an den gut 45 Minuten, die größtenteils Playback abgespult werden. Ich verstehs nicht – macht aber nix. Warum auch, wenn man am Baseballplatz eine Alternative hat: die uns bestens bekannten „Blechsalat“ sowie „Reverend Deadeye“ boten musikalisches Kontrastprogramm für all jene, die es in der Halle nicht „durchdrückten“.  Headliner des Abends: Mike Candys. Mit Laser-Handschuh bewaffnet (in Skyrim würd das super sein!) und Smiley auf dem Schädel gibts House auf die Gehörgänge. Scheint auch Spaß zu machen, und ist nach Money Boy definitiv eine mehr als willkommene Abwechslung. Nachdem aber das Bier auch nicht mehr hilft und auf der zweiten Stage nix mehr passiert, lassen wirs dann auch sein für den Abend!

 

Sonntag, dritter und letzter Tag. Gestärkt mit einem Wombolino (und ja, Bier) und etwas schönerem Wetter fröhnen wir wieder dem Baseball- und Softball-Tournament. Und sind verwundert, wie einige der Mannschaften nach dem Vorabend schon wieder aufs Feld gefunden haben. Scheinen durchtrainierte Leute zu sein, diese Baseballer. Abends gibts im Zelt noch einen – unserer Meinung nach hochwertigen – musikalischen Abschluss. John Allen aus Hamburg macht den Anfang. Mit Rauschebart und einer Stimme, an die ich bislang nur wenige herankommen sah, begeisterte er die Besucher. Da verzeiht man ihm auch gerne das „Summer of 69“-Cover am Ende, angesichts der positiven Messages, die er verbreitet. Gerne wieder!

Apropos „gerne wieder“. Das gilt auch für Arliss Nancy. Die Truppe aus Denver (Colorado, USA) feierte an diesem Sonntag ihren Tourabschluss in Europa, und war wohl überrascht, dies gerade auf einem Baseball-Ballpark zu tun. Mein Co-Fotograf Markus bezeichnet die als Mischung aus Bruce Springsteen, The Clash und Prince – wie sich das dann anhört? Überragend gut, vor allem live – die Truppe aus der selbsternannten „Kifferhochburg“ Colorado ist eine definitive Hörempfehlung! Den Abschluss bildeten dann, fast schon traditionell, Wham Bam Bodyslam. Die gaben dann zwei Stunden lang Vollgas – Von „All the Way“ am Anfang bis zu „Landla“ am Schluss. Mit einem „Pfingsten“-Cover von Christoph & Lollo als erstem Encore und einem Aufruf, gut nachzudenken wen man kommenden Sonntag wählt, mittendrin. Ja, es war wieder Pfingsten, unser Lieblingsfest – bis zum nächsten Mal!

 

 

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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