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Marek Hemmann: Moments

Marek Hemmann: Moments

Selbst wenn man sich nicht unbedingt als Fan elektronischer Musik versteht, ist man in Hemmans „Moments“ sehr gut aufgehoben.

Wenn man bisher wenig Erfahrung mit einem Musiker oder seine Musikrichtung hat, nimmt man gerne den Pressetext zur Hand. Nicht um diese „Info“ 1:1 zu übernehmen, sondern um die Vorstellung der Presseleute mit dem eigenen Empfinden der Musik zu vergleichen. „Groovenden House, reduzierten Techno, klangliches Feingefühl und eine ungebändigte Melodienfreude vereinend,…“ (Was sind das nur für unglaublich nichtssagende Beschreibungen?) „…erzählt diese von rastlosen Tagen und magischen Nächten, reißt wahlweise Löcher in die Wolkendecke oder bringt Sonnenstrahlen in den tiefsten Keller.“ Und da sind wir jetzt an dem Punkt, wo man, trotz der verdammt pathethisch anmutenden Worte etwas zustimmen muss. Das Album Moments ist eindeutig ein Sommeralbum.

Der 37-jährige Musiker aus Jena macht schon seit den 90ern diese Form von Musik. Laut Pressetext entstand seither auch dieser „spezielle Marek Hemmann-Sound“. Das ist natürlich gut, wenn der Stil, den man in seine Musik einfließen lässt, der eigene ist. Und wer sehen will, wie ein erfolgreicher DJ wie Hemmann bei seinen Auftritten lebt und speist, sollte sich die Booking-Info (bzw. den „Technical & Hospitality Rider“) durchlesen – man könnte eindeutig schlechter leben.

Die acht Songs mit einer Gesamtspielzeit von rund 39 Minuten funktionieren am Besten (wenn man gerade keine Lust auf einen Club hat) mit Kopfhörern, Sonnenbrille und rund 30 Grad in einer Großstadt. Venice in den Ohren pusht einen z.B. durch die Straßen, es ist wunderbar! Ginger kommt einem wiederum so verdammt bekannt vor und Joker ist ein Track für die Abendstunden mit untergehender Sonne.  Helio und Bob, Anfangs- und Endlied auf dem Album, sind insgesamt ruhiger, das eine baut den Einstieg zu diesem sommerlichen Album auf, das andere lässt es mit über 6 Minuten Spielzeit langsam wieder auslaufen.

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Liest man also abschließend erneut den Pressetext, steht da sowas: „Ein Sound, dem man sich nicht nur schwer entziehen kann, sondern der zudem mehr über Marek Hemmann erzählt, als es Worte je könnten.“ Auch hier wieder die halbe Wahrheit: Moments ist mitreißend. Und das sagt jemand, der normalerweise nur wenig mit elektronischer Musik anfangen kann. Um über Hemmann selber etwas zu erfahren, müsste man wahrscheinlich mehr Ahnung von dieser Musik haben. Aber selbst mit wenig Wissen um die Person des Künstlers sollte man in das Album zumindest mal reinhören.

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29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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