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Sunnseitn 2016: „Da kemman d’Leit zam!“

Sunnseitn 2016: „Da kemman d’Leit zam!“

Sunnseitn, ein Fixpunkt in der Freistädter Kulturlandschaft. Schon Wochen vorher freut man sich hier auf das wundervolle Event. Heuer mit dabei: Blechsalat, Yellowframe und Erwin und Edwin  – und natürlich unzählige „traditionellere“ MusikerInnen. In der Freistädter Brauerei hat man für diese Veranstaltung die perfekte Location gefunden, um auf sechs Tanzböden ein Fest der Superlative zu veranstalten. 


Sunnseitn, ein Fest für alle. Und jene Veranstalter, die sich das gerne auf die Kappe schreiben, sollten sich ein Beispiel an dem kleinen Mulitkulti-Fest der Local-Bühne Freistadt nehmen. Wo sonst findet man eine alte Dame im Dirndl und einen 12-jähriger Buben, der die ersten Fortgeherfahrungen macht, gemeinsam tanzend vor einer Bühne? Apropos Bühne: von denen gab es 6, nur wäre es nicht das Mühlviertel wenn man für die nicht extra Namen hätte. So ging es am Samstag auf 6 „Tanzböden“ ordentlich ab. Und ich als Neolinzerin staunte nicht schlecht,wie viele Bekannte das selbe Schicksal hatten und vomm Hügelland in die „große Stadt“ zogen. Ergo: sehr viele NeolinzerInnen auf einen Haufen – und was noch wichtiger war, auch die Bar-Menschen vom Solaris!

Musikalisch gab es neben dem Green Destiny und dem Freistädter Bier natürlich auch Einiges, was sich lohnte, der Heimat wiedermal einen Besuch abzustatten. Zugegeben war mein primärer Aufenthaltsort in der der Nähe der Solarisbar (Kenner wissen warum!) und bei den den „alternativen“ Tanzböden – und nur von weitem beobachtete ich die munter darauflos tanzenden Menschen vor und im Brauhaus. Aus vertraulichen Quellen weiß ich, dass es für alle Folkliebhaber ein Ohrenschmaus war.

So, nun zu der Musik, die ich auch gehört habe und somit auch beurteilen kann. Der Tanzboden 5 a.k.a. Hauptbühne wurde von den Linzern „Blechsalat“ eröffnet. Gewohnt mit viel Charme und guter Musik bezauberten sie das Publikum. Auch zum dritten, vierten oder fünften Mal (so genau hab ich jetzt nicht mitgezählt, trotzdem macht das Set noch Spaß), auch wenn ich das nächste mal stark am Überlegen bin, ob ich bei ihrem „Errate den Song und du gewinnst eine CD“- Spiel nicht schon vor dem Beginn des Liedes mir die CD sichere. Ob dies zulässig ist weiß ich nicht – aber das „Maschin“-Cover ist trotzdem immer schön anzuhören.

Zwischen den Bands übernahmen das Steel City Sound System Movement die musikalische Untermalung, während man gemütlich die laue Sommernacht unter freien Himmel genoss. Weiter ging es dann mit „Yellowframe“, welche mit ihren harten Riffs und lautem Ounkrock-Gehabe einfach zu hart für mich waren. Nicht unbedingt meine Musikrichtung, der ich gerne bei einem Gläschen lausche – den anderen, „härteren“, Menschen am Sunnseitn hat es durchaus gefallen, wenn man das den verschwitzen Körpern zufolge beurteilen kann. Akjela mussten leider krankheitsbedingt absagen – schade, auf die hätte ich mich schon besonders gefreut. Wir wünschen der Sängerin gute Besserung!

Meine Lieblinge „Erwin und Edwin“, die eigentlich Grund für den Besuch im hohen Norden waren, waren wie immer famos – und nein, da spricht nicht das kleine Fangirl aus mir. Schon von Beginn an überzeugte die Brass-, Elektro-Poppartie, dass sie geboren sind, um Party zu machen. Der oft unüberwindbare Graben zwischen Band und Publikum war voller tanzwütiger SunnseitnbesucherInnen. Song wie „Freddy“, „Monster“ und natürlich „Wien“ – getreu dem Motto „Norbert Hofer wählt hier keiner!“ dürfen bei einer guten Show nicht fehlen. Ich würde 10 von 10 Punkten hergeben. Müde ging es nach der Show wieder an die frische Luft, nur um herauszufinden, dass es bis auf den traditionellen Tanzböden und dem kleinen, verrauchten, heißen, stickigen Tanzboden 6, wo Mike Vinyl noch sein Bestes gab, die Veranstaltung vorbei war – leider. Wir freuen uns deswegen schon jetzt wieder auf nächstes Jahr und bedanken uns nochmals für die Gastfreundschaft. Es war uns ein innerliches Blumenpflücken – und wir wissen jetzt auch wieder, wie gefährlich es sein kann ,in der Location fortzugehen, wo unser Lieblingsbier seinen Ursprung hat.

Foto: Andreas Kepplinger und Christoph Thorwartl

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Konzerte - Filme - Bücher - Musik - Kunst // Studentin - Veranstalterin - Redakteurin - Fotografin

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