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DUA LIPA: „Gegensätze ziehen sich definitiv an“

DUA LIPA: „Gegensätze ziehen sich definitiv an“

Sie gehört ohne Zweifel zu den gefragtesten Pop-Newcomerinnen der aktuellen Saison. Dua Lipa veröffentlichte zunächst ohne große Maschinerie Songs und Demos in Eigenregie auf Soundcloud, bis die Plattenfirmen und speziell das Management von Lana Del Rey schließlich auf sie aufmerksam wurden. Haben wir es hier mit dem nächsten, genre-übergreifenden Popstar zu tun?

Nach Songs, die allesamt nach Hitsingles klingen, wartet die Welt sehnsüchtig auf das Debütalbum der gebürtigen 21-jährigen Londonerin mit kosovarischen Wurzeln, die in Großbritannien lebt. Ein Interview über autobiografisches Songwriting, Gegensätze, die sich anziehen und Beziehungen, die unter Spannung stehen.

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subtext.at: Dua, du vereinst den Anspruch der Indie-Welt mit der Eingängigkeit des Pop-Mainstreams. Ist das deine Intention als Sängerin?
Dua Lipa: Weißt du, ich habe schon immer ein Faible für Popmusik gehabt. Mit der Musik von Nelly Furtado und Pink bin ich aufgewachsen. Ich wollte so sein wie diese beiden. Stark, vielseitig, selbstbewusst und unabhängig. Ich persönlich sehe mich auch in dieser Tradition als Pop-Künstlerin. (überlegt) Ich weiß nicht, ob ich deine Frage überhaupt richtig verstanden habe…

subtext.at: Bei meiner Recherche für dieses Gespräch ist mir aufgefallen, dass eben beide Lager, sowohl das breite Publikum als auch die coolen Indie-Blogger, Gefallen an dir finden. Das ist nicht häufig der Fall.
Dua Lipa: Ja, verstehe. Die Musik ist Pop, alles andere ist vielleicht mehr edgy, mit Ecken und Kanten, wenn du so willst. Ich bin aber sehr glücklich über diesen Umstand, beide Lager vereinen zu können (lächelt).

subtext.at: Was unterscheidet dich deiner Meinung nach von anderen Interpretinnen?
Dua Lipa: Jede Person ist doch einzigartig und bringt etwas Neues zum Vorschein. Das Publikum merkt, wenn jemand einzigartig oder anders ist als der Rest. (überlegt) Der Grund, weshalb mein jetziger Manager mich unter Vertrag genommen hat, war meine Stimme. Ich habe früh damit angefangen, Essays und Gedichte zu schreiben. Ich habe später für mich festgestellt, dass ich auch Songs schreiben kann. Ich möchte glauben, dass mich eben meine Stimme und meine Art, Songs zu schreiben, diese Kombination, von anderen unterscheidet. Vielleicht sind es aber auch Dinge, die mich mit anderen Sängerinnen und Künstlerinnen verbindet. Es müssen ja nicht stets Gegensätze sein, die in den Vordergrund gestellt werden, sondern auch Gemeinsamkeiten.

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subtext.at: Wie beurteilst du gerade die Zeit für junge, aufstrebende Künstlerinnen, die in der Welt der Musik Fuß fassen wollen?
Dua Lipa: Ich finde, die Zeiten sehen gut aus, um als Sängerin durchzustarten. Für Popmusik ist es überhaupt gut. (überlegt) Weshalb ich Nelly Furtado und Pink so mag ist, weil ihre Songs einen realen Hintergrund besitzen. Diese Künstlerinnen sind real, singen über das, was sie bewegt, gute wie schlechte Dinge. Deswegen mag ich auch Hip-Hop, weil das Genre offen ist für die Realität. Im Hip-Hop werden die Dinge beim Namen genannt und es muss nichts beschönigt werden. Die Musik, die ich mache, soll diese beiden Pole, mit denen ich mich am meisten identifiziere, miteinander in Verbindung bringen. Die Rauheit, Wahrhaftigkeit von Hip-Hop, den Flow, mit den großen, eingängigen Refrains des Pop. Das ist für mich spannend.

subtext.at: Es gibt Personen, die denken gerne in Schubladen, wenn es um Musik geht. Zu denen gehörst du demnach wohl definitiv nicht.
Dua Lipa: Existieren Genres überhaupt noch? Schubladen? Ich sehe mich schon als jemand, der Popmusik macht, obwohl da unterschwellig etwas ist, was ich nicht eindeutig beschreiben oder zuordnen kann, was darüber hinausgeht.

subtext.at: Wie weit bist du mit deinem Debütalbum?
Dua Lipa: (zögerlich) Es ist fertig…

subtext.at: Ja? Weshalb ist es dann nicht schon veröffentlicht worden? Wie lange müssen wir uns noch gedulden?
Dua Lipa: Ich habe ja schon einige Songs veröffentlicht, die auf dem Album sein werden. Es ist für Spätsommer 2016 eingeplant. Ich bin noch am Werkeln, was das Material angeht, welches Video demnächst erscheinen soll, was es noch zu verbessern gilt, solche Sachen. Es gibt noch allerhand Dinge, die es zu erledigen gibt, bevor es dann erscheint.

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Das selbstbetitelte Debütalbum von Dua Lipa wird am 10. Februar 2017 via Universal Music veröffentlicht.

subtext.at: Du stehst bestimmt sehr unter Druck, was das Album angeht.
Dua Lipa: Der erste Eindruck ist wichtig und es ist meine einzige Möglichkeit, verstehst du? Natürlich soll es so gut wie möglich sein. Ich arbeite schon eine ganze Weile daran und in meinen Augen soll das Ergebnis einwandfrei sein. Nur das zählt. Es soll ein richtiges Prachtstück werden (lächelt).

subtext.at: Die größte Herausforderung für dich, seitdem du professionell Musik veröffentlichst?
Dua Lipa: Ich habe in der Zwischenzeit einfach viel gelernt. Über das Business, über mich. Die ganze Dingen, die es zu erledigen gilt, Promotermine, Interviews. Du gehst auf eine Bühne und musst dich erst mal zurecht finden, dein Set zusammenstellen. Was funktioniert, was funktioniert nicht. Man erlernt und perfektioniert sozusagen sein eigenes Handwerk. Was das Songwriting angeht, dauert es Stunden, Tage, Wochen oder sogar Monate, bist etwas entsteht, was von Bedeutung ist. (überlegt) „Hotter Than Hell“ war einer der ersten Songs, den ich für das Album geschrieben habe. Er hat mir sehr geholfen, was den Ton des Albums angeht. Jeder Tag bringt eine neue Herausforderung. Es macht aber auch unglaublich viel Spaß.

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subtext.at: Learning by doing.
Dua Lipa: Genau. Es läuft ähnlich ab.

subtext.at: Fühlst du dich erleichtert, wenn du einen Song veröffentlichst? Kannst du dann mit dem Thema abschließen, wovon er handelt?
Dua Lipa: Weißt du, zuerst schreibst du dir was von Herzen und dann schaust du, was dein Publikum darüber denkt. Wenn ich meine Songs performe, werde ich sofort an die Zeit der Entstehung erinnert. Wo war ich da gerade, wie habe ich mich gefühlt? Diese Emotionen stecke ich dann in meine Performance.

subtext.at: Nach den Singles „Be The One“, „Last Dance“ oder „Hotter Than Hell“ habe ich bei dir den Eindruck, dass ein wenig Spannung in einer Beziehung ihr die nötige Würze verleiht und nicht schaden kann. Als Songschreiberin scheinst du jedenfalls davon zu profitieren…
Dua Lipa: Es kommt darauf an. Mein Album ist autobiografisch und ich blicke quasi zurück auf ganz unterschiedliche Aspekte in meinem Leben. Der Moment, als ich von zu Hause ausgezogen bin, das gemeinsame Wohnen mit meinen Freunden, der Augenblick, als ich damit angefangen habe, mich mit Jungs zu treffen. Der Beginn einer Beziehung. Das Ende einer Beziehung. Inspiration für meine Songs ziehe ich daraus. Ich bin irgendwie nicht jemand, dem absolut nichts einfällt, wenn es darum geht, einen neuen Song zu schreiben. Es findet sich immer etwas. Manchmal habe ich eine ganz konkrete Vorstellung, was einen Text oder eine Melodie angeht. An anderen Tagen ist es eher Freestyle. Ich sitze am Piano und probiere einfach herum. Es entwickelt sich etwas daraus oder eben nicht.

subtext.at: „I see the moon oh when you’re looking at the sun“, heißt es in deinem Song „Be The One“, was für mich so klingt, als ob du von Gegensätzen erzählst, die sich dennoch anziehen. Glaubst du daran?
Dua Lipa: Gegensätze ziehen sich definitiv an. Es ist aufregend und sorgt für das gewisse Feuer in einer Beziehung. Wenn es nicht so wäre, wäre jeder gleich und das wäre ziemlich langweilig. Jemanden zu haben, mit dem man sich austauschen kann, auch wenn es unterschiedliche Meinungen sind, ist doch eine wunderbare Sache.

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