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The Great Escape und The Devils Rejects @ Gasthof zur Post in Ottensheim

The Great Escape und The Devils Rejects @ Gasthof zur Post in Ottensheim

Samstagabend irgendwo in der Nähe von Linz, genauer gesagt in Ottensheim, war ich wiedermal auf einem, gefühlt, wirklich richtig, echtem Punkrockkonzert. Der Abend war geprägt von einem kollektiven Headbangen in der ersten Reihe, über einen immensen Männerüberschuss. Natürlich nicht zu vergessen war der penetrante Schweißgeruch beim Pogen und Headbangen. Auch für mich gab es Anlass, den Kopf im Takt zu bewegen.

Die Location ist einzigartig und sehr gemütlich, urig und schnell kommt ein familiäres Feeling auf, wenn man den Veranstaltungssaal des Gasthofs zur Post betritt. Dann lernte ich die Bands kennen. Mir gegenüber saßen interessante junge Männer, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Sie haben der Welt eine Message zu präsentieren, welche sie über das schönste Medium der Welt, die Musik, transportieren. Nun, guter Punkrock ist nicht für jeden etwas, aber mir gefällt es sehr gut. Auch wenn ich keine Ahnung vom Genre habe, die Jungs sind offen und geduldig und stehen mir auf alle meine teils dämlichen Fragen Rede und Antwort.

The Great Escape sind ein fünfköpfiges Hardcore-Kollektiv. Die Gruppe setzt sich aus den langjährigen Freunden Toni, Jakob, Mandi und Dominik, zusammen. Viel Erfahrung mit Social Media Netzwerken hat die Truppe nicht, denn aufgewachsen sind sie in einer Welt vor Social Media. Umso mehr freute ich mich, dass sie sich die Zeit nahmen, um mit mir zu sprechen. Sie mögen es Oldschool und sind es aus ihrer Jugend noch gewohnt, dass sich Empfehlungen für gute Konzerte durch Mundpropaganda verbreiten. Die Gründung der Band war im Jahr 2010. 2013 kam eine 7-inch Vinyl EP mit 8 eigenen Nummern heraus. Die Band bezeichnet ihre Musikrichtung selbst als Old-School Hardcore. Die Musikrichtung hat ihre Anfänge in den 1970er- 1980er Jahren. Ihre Motivation war Old- School Hardcore zu kreieren, welcher so klang wie damals. Ihr Publikum beschreibt die Band als homo-soziale Männergemeinschaft und findet es sehr schade, dass sich nicht mehr Frauen zu Events wie diesen trauen.

Ich als Frau kann allen Frauen nur weiterempfehlen, Mut zu Neuem und Mut zu Punkrock zu haben und Veranstaltungen dieser Art zu besuchen. In dem männerdominierten Hardcore- Punk Genre, in welcher es leider auch nur wenig weibliche Bands gibt, finde ich persönlich großen Gefallen an der Stimmung und vor allem an den Bands und den anderen Besuchern, denn alle sind sehr höflich, nett und bemüht, dass auch Neulinge in diesem Musikgenre sich bald als Teil der Familie fühlen. Der nächste großartige Auftritt der Band wird am 15.1. 2017  im Viper Room in Wien Wien stattfinden und ich kann allen nur wärmstens empfehlen dorthin zu pilgern und ordentlich abzugehen.

Die zweite Band und somit das Highlight des Abends waren: „The Devils Rejects“, bestehend aus den jungen Linzern Grü Chinaski, dem Sänger, Grilli an der Gitarre, KOI an den Drums und Olli am Bass . Der Name der Band ergab sich aus dem Rob Zombie Horror-Slasher „The Devils Reject“. Die Musik, beeinflusst durch die Punkszene der 70er Jahre, wie CCR, Lynyrd Skynyard sowie Einflüsse aus Punk, Rock´n Roll und Crust Punk, führt zu ihrem einzigartigen, melodischen Punksound. Mit vollen Einsatz und großen Enthusiasmus präsentierte sich die Band solide, facettenreich und laut ihrer Aussage wie ein „großer Gulaschdegel“, wo jeder etwas hineinwirft und mit der Gewissen Briese „Angepisstheit“ ergänzt. Skaten und die Musik beeinflusst sich gegenseitig und ist somit essentiell für die Band, um Ideen und Eingebungen für immer neue Songs zu bekommen. Außerdem gehört es doch irgendwie auch zum Lifestyle dazu – Skaten und Musik leben gemeinsam in Symbiose und können für die Jungs nicht ohne einander existieren. Motto des Abends und Botschaft ans Publikum ist definitiv „Blödsinn-machen aber schlau wählen“, Spaß am Leben haben und Vinyls kaufen. Dank den Interviews mit den Bands habe ich an diesem Abend sogar etwas gelernt.

In diesem Sinne: „Hirn einschalten, dagegen sein – doch schwere, ehrliche Musik muss deswegen nicht hart sein!“ – Grü Chinaski#

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musikoffene, neugierige, lebensfrohe und kreativitätsfreudige Menschin :-)

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