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Mezzanine Club: alternative Tanzmusik für den traditionellen Tanzsaal

Mezzanine Club: alternative Tanzmusik für den traditionellen Tanzsaal

Zur Saison-Eröffnung im Höller spielten am Samstag einige regionale und internationale Schmankerl. Die bayrische „Gutelauneband“ Impala Ray trafen auf die graziösen Grazer Viech, supportet von dem Mühlviertler Jackson Cooper. Eine Location die nach dem Samstag den Namen „Tanzsaal“ auch wirklich verdient.  

Im Gasthof Höller der Gemeinde St. Peter am Wimberg findet regelmäßig der Mezzanine-Alternative-Musik-Club statt. Er fördert durch die saisonalen Clubnights mit Konzerten vor allem die kulturelle Freizeitgestaltung und Weiterentwicklung der lokalen Jugendszene. Obwohl der Gasthof nicht mit maximaler akustischer Qualität dienen kann, besteht umso mehr die Möglichkeit eines intimeren Rahmens zwischen Interpreten und dem Publikum.

Schon bei der Anreise bin ich mir als Stadtkind ein wenig verloren vorgekommen in St. Peter am Wimberg. Ich war ja sehr skeptisch, was mich bei einem „Mezzanine Club Opening“ erwartet. Als ich dann den Gasthof Höller zu Gesicht bekam, mit seinem Aushängeschild „Tanzcafé“, musste ich richtig lachen.

Nun zu den wirklich wichtigen Dingen des Abends, nämlich den Bands: Jackson Cooper und Band. Sein zweiter Gitarrist Konstantin Speil starteten mit anfänglicher Verspätung in den Abend und nahmen uns mit auf eine Reise durch ihre musikalische Sammlung. Nach Coverstücken von 3 Feet Smaller- „Lie Baby Lie“ und „Fade Away“, brachte er „Brashed and Bold“ von The Whobbles für sein Publikum auf die Bühne. „Bitter Morning Tastes“ von Tim Vantol gefolgt von „You need me“ von Ed Sheeran bildeten den ersten Teil ihres mehr als gelungenen Beitrags. Im zweiten Teil ihrer Performance brachten sie neben einem Mix aus „Love the way you lie“, „Billionär“ und „You need me“ auch eigene Nummern und zeigten mit „Change“, „Blowing“ und „You don`t mind“, was sie wirklich drauf haben. Abwechslungsreich und kreativ bewiesen die Künstler mit ihrer „Loop Station“, wie vielseitig eine zwei-Mann-Band sein kann. Um am Ende nochmals ordentlich Stimmung für Viech zu machen lieferten sie eine bombastische Zugabe von Krautschädl, bei welcher das Publikum wie immer begeistert mitgrölte.

Die Band Viech wurde 2011 gegründet und die Jungs aus der Steiermark legten einen mehr als fulminanten und motivierten Start hin. Den jungen Künstlern merkt man bereits im ersten Moment, in dem sie die Bühne betreten, an, dass sie die Musik nicht nur lieben, sondern auch mit vollster Begeisterung leben. An diesem Abend gaben sie ihr aktuelles Album „YEAH“ zum Besten. Schon am Tag davor überraschten sie ihre Fans mit der Veröffentlichung ihrer neuen Single „Halsabschneider“, welches am Konzert für tosende Begeisterungsstürme sorgte. Die Jungs brachten die Gaststätte zum Kochen. Sie waren sehr sympathisch anzusehen, wie sie ekstatisch die Bühne rockten, und bewiesen, was sie auf ihrem langen Festivalsommer lernen konnten. Begonnen wurde mit der „Alpenbraut“, dann ging es über einen ihrer Hits „Zentrale“ über zu „Deine kalten Füße“ natürlich durften „Steuermann“ und „Oh Elise“ am Ende auch nicht fehlen.

Impala Ray ist eine Band mit einem männlichen Frontsänger und Gitarristen, wohingegen die beiden weiblichen Mitglieder mit dem Einsatz außergewöhnlicher Musikinstrumente wie Tuba und Hackbrett beeindrucken und für abwechslungsreiche Klänge sorgen. Farbenfroh, bunt und fröhlich offen klingt der Sound der deutschen Künstler, für welche es leider das einzige Gastspiel in Österreich im Rahmen ihrer Bayern-Tour ist. Wollt ihr sie jedoch nochmals live sehen, zahlt es sich in jedem Fall aus, ihre Tourdaten auf der Homepage zu checken. Ein Abend zum Tanzen im Tanzlokal „Höller“. Ein Abend, wo man sich schon mal in die Bands neu verlieben kann – vor allem, wenn sie sich so graziös verbeugen wie der Keyboarder von Viech.

Foto: Lisa Leeb

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musikoffene, neugierige, lebensfrohe und kreativitätsfreudige Menschin :-)

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