Jeder Schritt sitzt: Mayer Hawthorne im Posthof Linz

Jeder Schritt sitzt: Mayer Hawthorne im Posthof Linz

Soul, Disco, Boogie und Funk. Genres, die eher weniger oft einen Platz im Programm des Linzer Posthof finden. Am Montagabend konnte man eine dieser seltenen Gelegenheiten nutzen – Snoh Aalegra und Mayer Hawthorne luden zu einem wunderbaren Tänzchen ein.


Support für diesen Abend kam von der schwedischen Sängerin Snoh Aalegra. Musikalisch wurde diese von dem großartigen Produzenten und Musiker „No ID“ unterstützt. Wobei für mich persönlich – so ganz subjektiv – er der beste Musiker an dem Abend war. Wenn ich eine oberflächliche Kritik schreiben würde, würde ich sagen:  die Dame im schillernden Gold konnte das Publikum in ihren Bann ziehen und verzauberte das Publikum mit ihrer Stimme und ihren unterstreichenden Gesten. Meine ehrliche Meinung wäre: Weniger ist oft mehr. Weniger aufgesetzte, einstudierte Bewegungen, und vielleicht den Fokus mehr auf die eigene Stimme setzen wäre die bessere Variante. Eine Stimme, die viel Potenzial hat, das vielleicht bis jetzt hinter der schönen Fassade versteckt ist. Gerettet wurde die Show von den außergewöhnlichen Beatkonstulationen von No ID – der, wenn man Facebook trauen darf, der Bruder der Sängerin ist.

Der eigentliche Star des Abends war Mayer Hawthorne. Eine Show, die weniger etwas von einem klassischen Konzert an sich hatte, sondern schon mehr an eine perfekt choreografierte Aufführung erinnert. Schon der Beginn kündigte ein großes Theater an – der Sänger genehmigt sich in einer dunklen Ecke einen Drink, bevor er sich dazu bequemte, sein Set zu beginnen. Bühnenaufbau, Outfits, und Bewegungen passen alle zu der These „Highschool Musical“. Der Sänger stand klar im Mittelpunkt, und wirkte teilweise sehr überheblich – fraglich ist, ob er die Leistung der MusikerInnen rund um ihn überhaupt zu schätzen weiß. Den die war großartig.  Aber ganz so gemein und streng darf man mit der Band dann auch wieder nicht ins Gericht gehen. Musikalisch war es eine wunderbarer Konzertabend, und ja, selbst Konzertvielgeher wie ich, die schwer in Bewegung gesetzt werden, hatten ihren Spaß beim Tanzen und wurden des ein und andere Mal positiv überrascht. Auch wenn es mehr eine Show als ein Konzert war.

Ohne Erwartungen und Kenntnisse der Musik bin ich an dem Abend von meinen Lernunterlagen geflüchtet und wurde durchaus positiv überrascht. Wenn auch immer noch nicht mein Lieblingsgenre ist, so ein Konzert im Motown-Sounds bzw. Westcoast-Flair der 70er durchaus eine schöne Abwechslung.

Fotos: Christoph Thorwartl

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