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If I Can’t Dance To It: 1000 Liebe für Wels!

If I Can’t Dance To It: 1000 Liebe für Wels!

Yasmo und die Klangkantine, Skaputnik, Lev Bro, Aspekkt samt DJ DaskOne und Goldkind gaben sich die Ehre und spielten am „If I can’t dance to it XII“ im Alten Schlachthof im Wels auf. Der Schlachthof gab so jeden Musikfreak in der Stadt die Chance auf einen schönen musikalischen Ausklang des vergangenen Jahres 2016.

Gestartet hat der Abend mit der aus Wels stammenden Band „Goldkind“. Ihr Facebook-Auftritt und auch ihr einziges Video auf Youtube war sehr professionell und vielversprechend. Es wird ja auch Zeit, dass Nachwuchs in der oberösterreichischen Musiklandschaft nachkommt. Leider war der Auftritt am Freitag nicht ganz so professionell – einige Songs wirkten nicht 100% fertig und könnten noch etwas Verfeinerung vertragen. Aber zugegeben, die Erwartungen waren wahrscheinlich auch zu hoch angesetzt – handelt es sich hier ja noch um eine sehr sehr junge Band mit knapp einer Handvoll an Live-Auftritten. Und für das, dass sie so wenig Live-Erfahrung hatten waren sie echt gut – vor allem das Lied „Schwarz-Weiß“ klang sehr vielversprechend.

Weiter ging es dann mit Lev Bro, Aspekkt und DJ DaskOne alias „die ANTIFA-Rapper“. Die Zeiten meiner Jugend im imaginären schwarzen Block gehören wohl der Vergangenheit an – aber keine Frage, so ein paar linke Parolen tun es mir auch heute noch an. Textlich waren die beiden MCs top unterwegs – da wurde viel Wert auf den Inhalt gelegt und nicht nur auf den Flow. „Rap von unten“, wie sie ihre Musik selbst bezeichnen hat so einige Nummern wo man gerne hinhört, etwa „Antifa E.V.“ oder „Wir sind alle Wien“. Zugegeben, als Linzer ist man beattechnisch schon sehr verwöhnt, in einer Stadt von Texta, Average und Hinterland hat man da schon seinen hohen Anspruch – dem konnte die dreiköpfige HipHopBand leider nicht stand halten. Ein Song ist mir jedoch besonders in Erinnerung geblieben. Inhaltlich ging es um die „No-Future-Kids“ von heute – der Song erinnerte etwas an „Imma Nu“ von Dicht & Ergreifend, der bayrischen Rapperpartie. Musikalisch wurden die Jungs am Schluss noch von dem Linzer Rapper Disorder unterstützt.

Mit Skaputnik hatte ich an dem Abend zum ersten Mal das Gefühl, meine Hüfte mitbewegen zu müssen. Stillstand ist bei dieser Band ausgeschlossen. Nicht nur ich kam dem Bdürfnis zum Tanzen nach, sondern auch der Rest des Saals nahm das Angebot zur Bewegung gerne an und bewegte die Körper mit im Takt. So kurz vorm Jarheswechsel hat sich auch der ehemalige Sänger „Pepi“ mit unter die Band gemischt und ein oder zwei Nummern gemeinsam mit seiner alten Band performt. Was bei einer Ska-Band auf keinen Fall fehlen darf, ist ein Sommerlied – und gerade jetzt, wo es doch noch Winter werden soll, ist es schön zumindest für einen kurzen Moment sommerliche Gefühle aufkeimen zu lassen. Und natürlich dürfen Klassiker bei so einer Show auf keinen Fall fehlen – wie etwas „Silence“ oder die Zugabe „Skaputnik“. Spätestens am Abend des Konzertes konnte man die Urgewalt der Band genauer betrachten. Ein Bühnenteil gab mitten in derZzugabe den Geist auf und um ein Haar wurden die vorderen Musiker unfreiwillig eine Ebene tiefer gelegt – kurzum ein kleines Bühnenproblem, das wir seit Egotronic vor Jahren nicht mehr im Schlachthof erleben durften.

Headlinerin des Abends und Mensch zum Verlieben war die Yasmo und ihre Klangkantine. In ihrem Koffer hatte sie diesmal etwas, was ihr und uns sehr gut gefiel, ihr neues Album. Und natürlich auch Songs und Slams wurden daraus gespielt – und ja, wir haben uns so sehr verliebt und die neue Platte gleich mit Nachhause genommen. Nicht nur Neues, sondern auch Altes gab es zu Hören, wie „Kein Platz für Zweifel“ oder „Es ist Musik“. Zwischendurch viel Liebe vom und fürs Publikum – ob in Form von netten Ansagen oder Poetry Slams. Tausend Liebe für die Künstlerin also – das ist klar. Nach vier Bands war der Abend schon sehr weit fortgeschritten. Ein Abend, der für mich einen guten musikalischen Abschluss vom Jahr 2016 gab.

Fotos: Christoph Thorwartl

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