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Hindi Zahra: in vielen Welten zu Hause!

Hindi Zahra: in vielen Welten zu Hause!

In ihrer Heimat zählt sie bereits zu den ganz Großen: die französisch/marokkanische Künstlerin Hindi Zahra machte am vergangenen Samstagabend Tourstopp im Linzer Posthof. „Homeland“ heißt ihre aktuelle Platte, die sie mit im Gepäck hatte. Ein Konzert, das sich in ganz vielen Ländern musikalisch heimisch fühlt. Ein buntes musikalisches Potpourri zur Erweiterung des eigenen Horizontes. 

Die Voraussetzungen für das Konzert: knapp 300 Leute, kein Support, Samstagabend. Was sich als genau richtige Größe herausstellen sollte. Hindi Zahra und die – ich sags jetzt schon, famose Begleitband – brauchen keinen Support, um das Publikum für sich zu gewinnen. Man nehme ein wenig Calexico, garniere es mit einer Prise Norah Jones, und streue noch ein bisschen Marvin Gaye drüber, und voila, fertig ist der musikalische Meltingpot zum Wohlfühlen. Das dürfte auch das Publikum ähnlich gesehen haben, wenn man den zufriedenen Gesichtsausdrücken Glauben schenken darf. Auch wenn der Wechsel zwischen Englisch und Tamazight (Sprache der Berber, Anm.) nicht immer einfach war.

Eine Stimme zum Niederknien: Hindi Zahra

Wobei: vergesst das oben mal. Die Performance von Hindi Zahra am vergangenen Samstag muss sich auch für sich allein gesehen nicht verstecken. Latent vorhandene Melancholie paart sich mit musikalischen Gefühlsexplosionen, die sich angenehm in die Gehörgänge einprägen. Apropos: hab ich schon erwähnt, dass die Begleitband super war? Da gabs keinen Verspieler, ausgefeilte Arrangements (Percussions!) und das wohlige Gefühl, dass die Dame und die Herren wirklich Spaß dort auf der Bühne hatten. Angesichts einer solchen musikalischen Urgewalt braucht man auch keine semi-peinlichen Zwischenansagen – eine echte Wohltat, sowas wieder mal zu erleben. Eineinhalb Stunden Samstagabendunterhaltung zwischen Pop, Jazz, Chanson und quasi allem, was man gerne hören möchte. „Homeland“ auf vielen verschiedenen Bühnen quasi – ein Statement, das im Jahr 2017 wichtiger denn je scheint. Ein Konzert, das man getrost in der Kategorie „hat Spaß gemacht“ einordnen darf.

Foto: Christoph Thorwartl

 

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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