Now Reading:

Mile Me Deaf: Alien Age

Mile Me Deaf: Alien Age

Man packe ganz viele Geräusche auf eine CD, denke dabei unbeirrbar an den Untergang der Menschheit und erschaffe sich dabei komplett neu: Mile Me Deaf ist zurück und er ist anders.

Wolfgang Möstl kann alles: Ob als Mastermind hinter Killed by 9V batteries, als Teil von Sex Jams oder als Mile Me Deaf – egal was der Herr angreift, es wird einfach gut. Aber falls man von Möstl irgendetwas gewöhnt war, sollte man sich vom neuen Werk nicht abschrecken lassen. Denn Veränderung ist, so sehr man sich manchmal anfangs auch dagegen sträuben mag, oftmals doch etwas sehr, sehr Gutes.

Wenn man sich durch den Pressetext für das neue Album liest, steht eine Geschichte im Vordergrund: Den neuen Stil in Alien Age haben wir einem gebrochenen Finger von Möstl zu verdanken. Wenn der Musiker keine Gitarre spielen kann bzw. darf, muss er eben umdenken. Deshalb ist dieses Sample-Album entstanden – und es ist ein ganz besonderes geworden.

Im Wirrwarr der unzähligen Samples, der von überall gesammelten Geräuschkulissen erzählt uns Mile Me Deaf von einer ganz bestimmten Sache: Dem Untergang bzw. der Abschaffung der Menschheit. Darauf angesprochen erklärt Möstl im Noisey-Interview „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es bald passieren wird.“ Aber wie klingt so eine Abschaffung musikalisch? Irgendwie futuristisch, irgendwie auch fröhlich-postapokalyptisch. Die verschiedenen musikalischen Einflüsse, diesen bunten Mix bekommt man schon beim Opener „Invent Anything“ zu hören. Nach dem mehrmaligen Durchhören des Albums ist man überrascht über die geringe Düsternis dieser Abschaffungsidee. „Alien Age“, des fünfte und namensgebende Lied sticht dabei besonders hervor.“Shibuya+“ lohnt sich zudem wegen der Stimme von Katarina Trenk, einer Sex-Jams-Kollegin. Das Lied „Where Else“ sorgte übrigens bereits international für Aufsehen – die NBC-Erfolgsserie „This Is Us“ nutzte den Song in ihrer siebten Folge.

Wir wissen es alle: Wir haben die Welt gerade nicht zum Paradies gemacht – vielleicht wäre ein Ende also gar nicht so abwegig. Mit „Martian Blad“, dem achtminütigen Abschlusslied lässt uns Mile Me Deaf dann fast mit positiven Erwartungen zurück: Möge unsere eigene Abschaffung beginnen! (Bzw.: sich fortsetzen)

》》》Weiter
milemedeaf.com
facebook.com/milemedeaf
twitter.com/milemedeaf
youtube.com / MMD MD

Mile Me Deaf feiern am 3. März ihr Album-Release:
03.03. Sargfabrik | Wien (AT)

Share This Articles
Written by

29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

Suchbegriff hier eingeben und mit Enter bestätigen